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VCD gegen störende Werbung auf Fenstern und an Stationen

Verkehrsclub kritisiert neue VGF-Werbekampagne und Einengungen durch Werbeplakate

Frankfurt/M., 16. Mai 2008. „Werbeflächen auf Fahrzeugen und an Stationen dürfen die Nutzbarkeit öffentlicher Nahverkehrsmittel für die Fahrgäste nicht einschränken“ stellt der Frankfurter Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) fest. Wenn sich Fahrgäste durch Werbung gestört fühlten, nutze dies weder der werbetreibenden Wirtschaft noch dem Anbieter von Nahverkehrsleistungen. Dass großflächige Werbung auf Fensterflächen oder unangemessene Werbeträger auf Bahnsteigen gegen die Fahrgastinteressen verstoßen, müsse endlich auch die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) erkennen, stellt der Frankfurter VCD angesichts der jüngsten VGF-Werbekampagne fest.

Bei dieser Kampagne wurden 10 Straßen- und U-Bahnen mit dem Schriftzug „Alle fahren mit“ in überdimensionalen Lettern beklebt, die bei fast allen Fenstern die Sicht stark einschränken. Auch drei U-Bahnzüge der neusten Generation, die im Mai ausgeliefert würden, wolle die VGF derart verunzieren. Durch die verwendete Lochrasterfolie könne man die Umgebung nur noch unscharf und verdunkelt wahrnehmen. „Es passt nicht zusammen, wenn außen Fahrgäste geworben und dann innen wieder vergrault werden“, begründet Stephan Kyrieleis, Nahverkehrsexperte des Frankfurter VCD, diese Ablehnung. Das Problem mit den Fensterflächen hätten inzwischen aber auch einige Werbekunden der Verkehrsgesellschaft erkannt. Der VCD hoffe das weitere Werbetreibende den positiven Beispielen der Firmen „Taiwan-Touristik“ oder „Globetrotter“ folgen. Diese hätten bei ihren Kampagnen unter Beweis gestellt, dass Busse und Bahnen auch ohne die Einbeziehung von Fensterflächen attraktive Werbeträger sein können.

Ein weiteres Beispiel, wie zugunsten der Werbewirtschaft die Fahrgastinteressen geopfert würden, sieht der VCD in der Möblierung der kürzlich umgebauten U-Bahnstationen Kalbach und Nieder-Eschbach an der Linie U2. Hier erlaube die VGF der Firma Ströer, die im Gegenzug für die Finanzierung von Wartehäuschen Werbeflächen aufstellen darf, die Installation von „City-Light-Postern“ quer zum Bahnsteig. An den Bahnsteigenden blieben beispielsweise an der Station Nieder-Eschbach in Fahrtrichtung Bad Homburg durch diese über 1,50 m breiten Werbeplakatträger nur noch 1,30 m Durchgangsbreite. „Gerade im Feierabendverkehr bedeutet diese Engstelle für hunderte Fahrgäste eine vermeidbare Herumkurverei, die insbesondere mit Kinderwagen lästig ist. Besonders ärgerlich seien diese Plakate auch als Hindernis für Sehbehinderte“ kritisiert Stephan Kyrieleis vom Frankfurter VCD. Völlig unverständlich sei, dass mit diesen Plakatwänden neue Barrieren errichtet wurden, nachdem die Stationen Kalbach und Nieder-Eschbach gerade erst mit öffentlichen Mitteln in Höhe von mehr als 1 Million Euro barrierefrei umgestaltet worden wären.

Die beiden Beispiele stellten für den VCD unter Beweis, dass die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) in Sachen Kundenfreundlichkeit noch einiges dazu zu lernen hätte. Solange 56% der Kosten des Nahverkehrs in Frankfurt durch Fahrgeldeinnahmen gedeckt würden, müssten die Interessen der Fahrgäste unbedingt Priorität vor den Wünschen der Werbewirtschaft haben. Dies durchzusetzen sei auch die Aufgabe der Stadt Frankfurt und der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ. „Wenn die VGF auch nach der für 2011 anstehenden Entscheidung weiterhin das städtische Schienenverkehrsnetz in Frankfurt bedienen will, muss sie ihr selbstherrliches Gebaren ablegen“, meint Kyrieleis. Statt der gebetsmühlenartigen Wiederholung des VGF-Slogans „Alle fahren mit“ seien innovative Ideen, attraktive Angebote und Fahrgastorientierung gefragt.

 

Holger Greiner, Pressesprecher VCD Frankfurt / Main-Taunus

 

HINWEIS für die Redaktion: Unter vcd-frankfurt.de können Sie weiteres Bildmaterial mit Beispielen der kritisierten Werbemaßnahmen finden. Rückfragen beantwortet gerne der Nahverkehrsexperte des Frankfurter VCD, Stephan Kyrieleis, (069) 260 925-75, E-Mail:  stephan.kyrieleis@vcd-frankfurt.de

 

Link für Dateidownload folgtPressemitteilung als PDF-Datei

Die hochaufgelösten Bilder stehen zum Download zur Verfügung (ZIP-Datei)







Negativbeispiele für die kritisierten Werbemaßnahmen auf Fensterflächen und Bahnsteigen sowie eine positive Alternative ("Globetrotter", u. links)

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