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VCD kritisiert Frankfurter Beteiligung an Europäischer Mobilitätswoche

Stadt verlegt Aktionen ins Abseits und ignoriert Motto "In die Stadt - ohne mein Auto"

Frankfurt, 13.09.2008. Der Kreisverband Frankfurt des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) beteiligt sich in diesem Jahr nicht an den Aktionen der Stadt zur Europäischen Woche der Mobilität. Die Gründe hierfür hat der VCD dem Frankfurter Verkehrsdezernenten Lutz Sikorski in einem persönlichen Anschreiben bereits mitgeteilt: Der Standort für die Infostände am 20. September 2008 am südlichen Roßmarkt sei so ungünstig gewählt, dass man dort mit keinem nennenswerten Publikumsverkehr rechne. Außerdem sei von dem Motto "In die Stadt - ohne mein Auto", das zahlreiche europäische Kommunen alljährlich am 22. September in einem Aktionstag umsetzen, im Frankfurter Aktionsprogramm nichts zu erkennen.

Bei einem Vorbereitungstreffen der Stadt im April, sei klar geworden, dass an eine konkrete Umsetzung des eigentlichen Themas des Aktionstages am 22. September „In die Stadt - ohne mein Auto“, der als Ursprung der Europäischen Woche für nachhaltige Mobilität gilt, nicht gedacht werde. Eine hierfür erforderliche – zumindest teilweise – Sperrung von Innenstadtstraßen für den Autoverkehr sei von städtischer Seite nicht möglich. Aber gerade darin bestünde, so der ökologisch orientierte Verkehrsclub, die große Chance dieses autofreien Tages: "Denn Menschen, die die Innenstadt an einem ganz normalen Wochentag ohne Autoverkehr positiv erleben können, erhalten einen Anstoß, das eigene Mobilitätsverhalten zu überdenken“, so Undine Büch vom VCD-Vorstand in ihrem Schreiben an den Stadtrat.

Es gebe inzwischen genügend positive Beispiele von verschiedenen europäischen Großstädten, in denen der 22. September als Autofreier Tag funktioniert habe und wo so ein positives Signal für einen städtischen Alltag ohne Autos gesetzt werden konnte. „Für Fußgänger und Radfahrer ist es sowieso eine freudige Erfahrung, gefahrlos die Straßen zu überqueren und nicht minutenlang an Fußgängerampeln warten zu müssen; und für Autofahrer, die an diesem Tag ihr Auto stehen lassen, ist es eine neue Erfahrung“, so Büch. Damit dieser Tag aber auch eine positive Erfahrung für alle werden könne, müsse er aber von Seiten der städtischen Organisatoren durch entsprechende öffentliche Ankündigungen und Einstimmung gut vorbereitet sein. Die öffentlichen Verkehrsmittel müssten ihre Kapazitäten und den Takt entsprechend erhöhen. Für die erforderliche langfristige Planung sei es aber im April 2008, beim Vorbereitungstreffen zur Mobilitätswoche, schon zu spät gewesen sei. "Womit die Chance für 2008 schon wieder verpasst war", was Büch besonders bedauert, "weil im September 2009 wieder die Internationale Automobilausstellung (IAA) ansteht und ein solcher Aktionstag mit autofreier Innenstadt dann in Frankfurt natürlich auf heftigen Widerstand stoßen wird."

Ein weiterer Grund für die Nichtbeteiligung des Frankfurter Verkehrsclubs an dem Aktionstag der Stadt am 20.09.08 bestehe in der Verlagerung der Veranstaltung weg von der Hauptwache hin zum südlichen Ende des Roßmarkts, „wo nach unserer Einschätzung und den Erfahrungen aus den Vorjahren mit nur geringem Publikumsverkehr und wenig Aufmerksamkeit von Bürgern für die Stände der Verbände zu rechnen ist“, so VCD-Pressesprecher und Standorganisator Holger Greiner. Dass die Aktion von der Stadt 2008 so ins räumliche Abseits gestellt werde, bedauere der VCD-Kreisverband sehr. Sollten die geäußerte Kritik und die Anregungen Berücksichtigung finden, sei künftig aber durchaus wieder mit einer Beteiligung des Frankfurter VCD-Kreisverbandes an der Mobilitätswoche zu rechnen: „Das Ziel der Mobilitätswoche, für eine nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität in der Großstadt zu wirken, ist schließlich ein ureigenes Anliegen des ökologisch ausgerichteten Verkehrsclubs“. 

Holger Greiner

Pressesprecher VCD Frankfurt / Main-Taunus


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