VCD warnt: »Verkehrslärm gefährdet Ihre Gesundheit«
Wirksamer Lärmschutz auch im Frankfurter Verkehr gefordert
Frankfurt/M., 14. April 2008. Lärm gefährdet die Gesundheit in erheblichem Maße. Darauf weist der Kreisverband Frankfurt/Main-Taunus des Verkehrsclubs Deutschland e.V. (VCD) anlässlich des am 16. April stattfindenden „Tages gegen Lärm“ hin. Wesentlichen Anteil an der Lärmbelastung habe auch in Frankfurt und der Rhein-Main-Region der Verkehr: „Wer etwa an einer vielbefahrenen Straße - wie beispielsweise der A 661 -, einer lauten Eisenbahntrasse oder im Einzugsbereich des Frankfurter Flughafens lebt, sei größeren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt als Menschen in ruhiger Umgebung“. Dies sei durch verschiedene medizinische Studien wiederholt nachgewiesen worden. Dem könne nur durch angemessene „aktive Lärmschutzmaßnahmen“ entgegengewirkt werden.
Noch immer würden die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Verkehrslärm unterschätzt. Dabei seien in Deutschland rund 15 Millionen Menschen massiv und dauerhaft davon betroffen. Neben einem erhöhten Herzinfarktrisiko träten häufig Schlafstörungen und Müdigkeit sowie Konzentrationsschwäche und weitere Beeinträchtigungen des allgemeinen Wohlbefindens auf. „Nicht nur die negativen Auswirkungen auf Klima und Umwelt sollten uns dazu veranlassen, unsere Mobilität neu zu organisieren. Auch gegen die Gesundheitsgefahren des Verkehrslärms müssen wir entschlossen vorgehen”, fordert Holger Greiner vom Frankfurter VCD. Nach EU-Vorgaben müssten spätestens bis Juli dieses Jahres zunächst für Ballungsräume mit mehr als 250.000 Einwohnern Lärmaktionspläne erstellt werden. Sie sollten konkrete Maßnahmen beinhalten, wie die Lärmbelastung der Bevölkerung an den neuralgischen Punkten verringert werden kann.
„Verkehrsverlagerung auf leisere und umweltschonendere Verkehrsmittel sowie effektive Lärmschutzmaßnahmen sind“, so der VCD-Sprecher, „auch in Frankfurt die Schlüssel zu einer nachhaltigen Verbesserung der Situation“. „Besonders die zurzeit geplanten Lärmschutzmaßnahmen an der A 661 sollten zum Wohl der betroffenen Anwohner verbessert werden“. Die favorisierte Lösung in Form einer Lärmschutzwand von sechs oder zehn Meter Höhe, erscheine ungeeignet, da die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte in verschiedenen Bereichen nicht oder nicht signifikant unterschritten werden. Bei einer weiteren Zunahme des Verkehrsaufkommens könnten sie wahrscheinlich schon in naher Zukunft nicht mehr eingehalten werden. „Um spürbare Verbesserungen der Lärmsituation zu erreichen, müssten Bund, Land und die Stadt Frankfurt hier dringend gemeinsam aktiv werden“.
Auf Bundesebene fordert der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub auf Autobahnen in Siedlungsnähe eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf maximal 100 km/h für Pkw bzw. 60 km/h für Lkw einzuführen, um den Lärmpegel zu senken und so die Anwohner zu entlasten. Zudem müsse der Einsatz von lärmarmen Reifen und Straßenbelägen gefördert werden.
Holger Greiner, Pressesprecher VCD Frankfurt / Main-Taunus
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