Startseite Suche Sitemap
 

Verkehrsclub begrüßt Umweltzone

Wichtiger Beitrag zum Gesundheitsschutz

Frankfurt/M., 22. Juli 2008. Der Kreisverband Frankfurt/Main-Taunus des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) begrüßt die geplante Umweltzone in Frankfurt als einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung vor gesundheitsschädlichem Feinstaub und Stickstoffdioxid in der Atemluft. Allerdings könne das Fahrverbot für Autos ohne Schadstoffplakette nur ein erster Schritt zur Verbesserung der Luftqualität sein. Nötig sei eine Umwelt- und Verkehrspolitik, die den Autoverkehr deutlich verringere sowie öffentliche Verkehrsmittel und den Rad- und Fußverkehr stärker fördere, stellt Holger Greiner, Sprecher des ökologisch ausgerichteten Verkehrsclubs, fest. Als kontraproduktiv bezeichnet er die vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) für den kommenden Dezember angekündigte erneute Fahrpreiserhöhung. „Wenn die Fahrt mit dem Auto in die Stadt erschwert wird, müssen Busse und Bahnen gleichzeitig attraktiver werden“, findet Greiner.

Der Zusammenhang von hoher Verkehrsbelastung und gesundheitlichen Beeinträchtigungen insbesondere durch Feinstaub und Stickoxide sei nicht zu leugnen. Gerade die Belastung für Kinder, die dadurch anfälliger für Allergien werden, sei viel zu hoch. Auch Zusammenhänge zwischen Feinstaubbelastung und erhöhten Sterblichkeitsraten könnten aufgezeigt werden. „Die Umweltzone ist daher keine Schikane, sondern aktiver Gesundheitsschutz für alle Bürgerinnen und Bürger“, so Greiner. Für eine Stadt wie Frankfurt sei die Einführung der Umweltzone eine der „wenigen vorhandenen Möglichkeiten, Einfluss auf die Absenkung der Schadstoff-Belastungen zu nehmen“. Es gelte daher, bei den Frankfurtern – auch durch eine entsprechende Informationspolitik des Magistrats – für die Akzeptanz der Maßnahme zu sorgen.

Der VCD rechnet jedoch damit, dass durch die Umweltzone allenfalls die Grenzwerte für Feinstaub eingehalten werden. Der VCD weist in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass sich der Feinstaubausstoß durch eine Nachrüstung vieler Diesel-Fahrzeuge beträchtlich verringern lasse. Autofahrer könnten dafür vom Staat einen Steuerzuschuss in Höhe von 330 Euro erhalten. Schwieriger stelle sich allerdings die Situation bei Nutzfahrzeugen dar. Wegen der Versäumnisse von Politik und Automobilindustrie seien die Nachrüstmöglichkeiten hier nur sehr unbefriedigend. Informationen über zuverlässige Anbieter von Filtertechnik sowie eine aktuelle Marktübersicht von Dieseltransportern mit Partikelfilter hält der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub im Internet unter www.vcd.org/partikelfilter.html bereit.

„Gegen die hohe Belastung mit Stickstoffdioxid haben Stadt und Land nach wie vor kein Rezept“, kritisiert der Verkehrsclub. Nach Berechnungen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie sinken die Stickstoffdioxid-Immissionen durch die Einrichtung der Umweltzone nur um 5,7 Prozent. „Das ist zu wenig, um den von 2010 an geltenden strengeren Grenzwert einzuhalten.“ Selbst wenn wie geplant von 2010 an auch Fahrzeuge mit roter Schadstoffplakette nicht mehr in der Umweltzone unterwegs sein dürfen, sei keine ausreichende Verbesserung zu erwarten. Der VCD fordert das Land Hessen deshalb auf zu prüfen, wie man auch die Autobahnen in und um Frankfurt in die Umweltzone einbeziehen kann, da von ihnen ein großer Teil der Schadstoffbelastung in der Stadt ausgehe.


Holger Greiner

Pressesprecher VCD Frankfurt / Main-Taunus

Seite weiterempfehlenSeite drucken