1.000 Elektromobile für Car-Sharing
Frankfurt a. M. - 15. September 2009. 1.000 Elektromobile sollten nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) als Car-Sharing-Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werden. „Damit würde nicht nur das elektrisch betriebene Auto gefördert, sondern auch ein fortschrittliches Mobilitätskonzept“, sagte der VCD-Landesvorsitzende Werner Geiß. 1.000 Elektromobile im Car-Sharing, könnten gut 10.000 herkömmliche Autos ersetzen. Für Mensch und Umwelt sei ein Modellprojekt „Elektromobilität und Car-Sharing“ daher ein größerer Gewinn als die von der Automobilindustrie schon ins Gespräch gebrachten Kaufanreize für Einzelfahrer. Der ökologisch orientierte Verkehrsclub übermittelte seine Vorschläge Umweltminister Sigmar Gabriel am Dienstag in Frankfurt anlässlich der Feier des 1000. Fahrzeuges des Car-Sharing-Anbieters „stadtmobil“.
In der „Modellregion Elektromobilität“ Rhein-Main müssen nach Ansicht des VCD neben technischen Fragen auch Mobilitätskonzepte behandelt werden. Durch eine erweiterte Unterstützung von Car-Sharing-Modellen ergeben sich immense Vorteile: „Rechnerisch kommen hierbei etwa 20 Nutzer auf ein Auto. Durch Car-Sharing können wertvolle Rohstoffe und Energie eingespart werden und, was in den dicht mit Autos zugepflasterten Straßen von Frankfurt fast noch wichtiger ist, auch Platz“, stellt Holger Greiner vom VCD Rhein-Main fest. Wenn weniger Fläche für Stellplätze benötigt werde, gewinne man wertvollen Stadtraum, der zum Beispiel für Anpflanzungen oder als Spiel- und Bewegungsfläche für Kinder genutzt werden könne. Aber dazu müsse eben die Zahl der Autos in der Stadt langfristig reduziert werden.
Hier setze der Appell „1.000 Elektromobile für Car-Sharing“ an. Nach den Ergebnissen der gerade erschienenen neuen Studie „Mobilität in Deutschland“ scheint die Zeit des Autos als Statussymbol abzulaufen. Viele Menschen wollten zwar weiterhin mobil sein, legten dabei aber keinen besonderen Wert mehr darauf, ein eigenes Fahrzeug zu besitzen. „Ein dichtes, stadtweites Netz von Car-Sharing-Standorten könnte, so VCD-Sprecher Greiner, diese Menschen dazu motivieren, auf ein eigenes Auto – das den größten Teil der Zeit nur auf der Straße stehe, ohne einen einzigen Kilometer zu fahren – zu verzichten.
Der VCD hält es für einen guten Ansatz, „Elektromobilität und Car-Sharing in der Mainmetropole in einem Modellprojekt miteinander zu verknüpfen. Häufig würden im Stadtverkehr nur Kurz- und Mittelstrecken zurückgelegt, wofür Elektrofahrzeuge schon heute bestens geeignet seien. Die Autos stünden an festgelegten Standorten, die leicht mit der erforderlichen Technik ausgestattet werden könnten. Wartungsteams würden die Fahrzeuge betreuen und regelmäßig den technischen Zustand erfassen. Zahlreiche Nutzer könnten sich so problemlos einen Eindruck von den Vorteilen der neuen Technologie verschaffen. Die Fahrzeuge, vorfinanziert zum Beispiel durch die Automobilindustrie und durch entsprechende Fördermittel, könnten die Anschaffungskosten durch Nutzungsentgelte selbst wieder einfahren. Die Finanzierung einer „echten Umweltprämie“ – beispielsweise mit einer geschenkten Jahreskarte für das örtliche RMV-Tarifgebiet und einer Gutschrift von 1.000 Euro für die ersten 5.000 neuen Car-Sharing-Nutzer – sollte mit entsprechender öffentlicher Förderung und der Unterstützung von Sponsoren möglich sein.
Holger Greiner, Pressesprecher VCD Rhein-Main
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