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VCD: Blindenleitsystem nachbessern

Frankfurt a. M. – 29. September 2010. Bei einem öffentlichen Rundgang unter Leitung der Stadtverordneten Gisela Becker während der Europäischen Woche der Mobilität, wurde für die Teilnehmenden "das unbekannte Wesen Blindenleitsystem" vertrauter. Die blinden, stark sehbehinderten und nicht blinden Menschen lernten bei dem Rundgang das System der Rippenplatten kennen. Die meisten probierten die Vibrationstaster mit dem Richtungspfeil das erste Mal in ihrem Leben aus. Bei der Führung wurden einige Mängel festgestellt. Gisela Becker konstatiert: "Hier gilt es nachzubessern. Es gibt lückenhaft und teils falsch verlegte Elemente."

Positiv sei, dass die weißen Rippenplatten weithin sichtbar und gut mit den Füßen ertastbar sind. Es gebe jedoch verschiedentlich eine verwirrende Schrägverlegung – statt einer Verlegung in Laufrichtung. Dazu kämen Lücken an Gehwegabrundungen, "so dass sich Abfall darin sammelt und der erste Löwenzahn bereits darin wächst", stellt Becker fest. Die fehlende Bordsteinerhöhung von mindestens 3 cm bzw. 6 cm bei den Doppelquerungen an den Ampeln sei "unakzeptabel." Sämtliche Auffangstreifen zu den Ampelmasten und den U-Bahn-Eingängen zur Station Eschenheimer Tor fehlten. Zudem stünden zwanzig Ampelmasten nicht in der Mitte der Doppelquerung.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt ausdrücklich, dass die Stadt Frankfurt sich vorgenommen hat, Blindenleitsysteme an allen Kreuzungen zu installieren. Die Stadt sollte aber die Kreuzungen so sichern, dass sie dem städtischen Konzept der Barrierefreiheit hundertprozentig entsprechen. Bei der Nachrüstung müssten, so die Vertreterin des ökologisch ausgerichteten Verkehrsclubs, die Kriterien der unbehinderten Mobilität gemäß dem hessischen Leitfaden aus dem Jahr 2006 eingehalten werden. Es sei unverständlich, warum die Stadt nicht überall dafür Sorge trage, dass ihre eigenen Vorgaben eingehalten würden. Am Prüfling sei das Blindenleitsystem dagegen – außer an einer Stelle – ein Vorzeigemodell. "Auch rund um den Eschenheimer Turm könnte das Frankfurter Blindenleitsystem," so Becker, "bei Einhaltung der Kriterien ein Vorzeigemodell werden."

Holger Greiner
Pressesprecher - VCD Regionalgruppe Rhein-Main

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