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Ein Jahr Haltestellentest für Frankfurt


VCD beklagt in seinem Fazit das Fortbestehen von Mängeln vor allem bei S-Bahn-Stationen

Frankfurt a. M. – 14. Dezember 2011. Die S-Bahn-Stationen in Frankfurt sind weiterhin in einem beklagenswerten Zustand. Dieses Fazit zieht die Regionalgruppe Rhein-Main des Verkehrsclub Deutschland (VCD) ein Jahr nach Vorstellung  des "Haltestellentest Frankfurt". Auch heute noch seien die Ergebnisse des Tests, bei dem 92 Haltestellen von Bus, Straßenbahn, U- und S-Bahn anhand von Fragebögen bewertet wurden, noch sehr aktuell. Während der Bauzustand der U-Bahnstationen damals als durchschnittlich "gut" bewertet wurde, erhielten die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahn-Stationen im Test lediglich ein "ausreichend". Der städtischen Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sei es in der Zwischenzeit, so der VCD, gelungen, einige der in der Untersuchung beschriebenen Mängel zu beheben. Bei den S-Bahn-Stationen, bei denen ein besonders großer Handlungsbedarf bestünde, sei dagegen fast überhaupt nichts passiert.   

"Mit ihren aufgerissenen Deckenverkleidungen wirken die S-Bahn-Stationen zwischen Hauptbahnhof und Konstablerwache weiterhin wie aufgegebene Baustellen", stellt VCD-Sprecher Holger Greiner fest. "Die angekündigten Verbesserungen bei der S-Bahn mit neuen Zügen, die von der DB-Regio ab 2015 auf die Schiene gebracht werden sollen, haben nur dann einen positiven Effekt für den öffentlichen Nahverkehr in der Mainmetropole und der Region, wenn auch die Qualität der Bahnhöfe stimmt". Angesichts der derzeit erneut durchgeführten Fahrpreiserhöhungen und der Tatsache, dass die Bahn für jede dieser Stationen rund 1 Million Euro Stationsgebühren pro Jahr erhält, erscheint es "absolut unhaltbar", dass die Deutsche Bahn auch im Jahr 2011 wenig unternommen habe, damit ihre Stationen ansehnlicher und funktionaler werden.

Mängel bestünden auch bei Wegweisung und Fahrgastinformation. Die schlecht erkennbaren Beschilderungen bei vielen S-Bahn-Stationen, wie etwa an der Hauptwache oder beim Lokalbahnhof, würden von der Bahn AG schon seit etlichen Jahren nicht verbessert oder aktualisiert. Die VGF habe dagegen einiges zur Optimierung der Wegweisung unternommen "Die Tafeln mit den Linienverläufen an den U-Bahnzugängen am Willy-Brandt-Platz oder an der Hauptwache sind", stellt Greiner lobend fest, "eine wichtige Hilfe insbesondere für ortsfremde Fahrgäste". Der VCD fordert hier einheitliche Richtlinien für Wegweisungen innerhalb des RMV zu erarbeiten, damit  Kundinnen und Kunden sich besser zurechtfinden können.

Handlungsbedarf sieht der VCD weiterhin auch bei der Zugänglichkeit der S-Bahn-Stationen. Die Rolltreppen und Aufzüge seien hier öfter und länger außer Betrieb als bei der U-Bahn. Die Verbraucherorganisation kritisiert hier auch die Umsetzung der von der EU eingeführten Norm DIN EN 115, die u. a. besagt, dass auf Fahrtreppen keine Kinderwagen transportiert werden sollen. Mit den aufgebrachten Piktogrammen werde das Betriebsrisiko auf Eltern mit Kinderwagen abgewälzt, die im Falle eines Unfalls haftbar wären. So würden, wo keine Aufzüge vorhanden oder funktionsfähig seien, Fahrgäste mit Kinderwagen zum Regelübertritt gezwungen.

Der ökologische Verkehrsclub werde die Entwicklungen bei Haltestellen und Stationen, die ein "Aushängeschild für den öffentlichen Nahverkehr" sein sollen, auch künftig im Auge behalten und die auftretenden Schwachstellen öffentlich anmahnen. Die Ergebnisse des VCD Haltestellentests für Frankfurt sind auf der Internetseite der Regionalgruppe www.vcd-rhein-main.de in der Rubrik Themen/Nahverkehr abrufbar. 

Holger Greiner
Pressesprecher - VCD Regionalgruppe Rhein-Main

Pressemitteilung als PDF-Datei

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