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Haltestellen im Test

VCD nimmt ÖPNV-Stationen in Frankfurt unter die Lupe

Frankfurt a. M. – 05. Dezember 2008. Haltestellen sind für die meisten Bürger das sichtbarste Aushängeschild für den öffentlichen Personennahverkehr. Ihr Erscheinungsbild und ihre Gestaltung prägen dauerhaft den Eindruck, den die Menschen vom gesamten öffentlichen Verkehrssystem gewinnen. Als „'Vorzimmer des öffentlichen Verkehrs' müssen sie“, stellt der Frankfurter Kreisverband des Verkehrsclub Deutschland (VCD) fest, „einladend und funktional zugleich sein“. Ungepflegte Stationen mit unzureichendem Informationsangebot „schrecken dagegen ab und seien zu einem großen Teil für das negative Image verantwortlich, das der öffentliche Verkehr bei vielen Mitbürgern immer noch überwinden muss“. Um die Qualität der Haltestellen im Frankfurter Stadtgebiet zu überprüfen, führt der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub daher zur Zeit einen groß angelegten Haltestellentest durch, bei dem ausgewählte Stationen nach den verschiedensten Kriterien bewertet werden sollen. Untersucht würden dabei sowohl die die engeren „sachlichen Eigenschaften“ einer Haltestelle als auch deren „emotionale Bewertung“ durch den Verkehrsteilnehmer.   

Kontrolliert werden soll hierbei zunächst, wie gut sich der ÖPNV-Nutzer in der Station orientieren könne. Dabei gelte es beispielsweise festzustellen, ob klar werde, welche Linien von welcher Stelle zu welchen Zielen fahren oder ob man sich in der Haltestelle selbst gut zurechtfinde. Bewertet wird, ob Hinweise zu Straßen und öffentlichen Punkten wie Museen oder Ämtern eindeutig und lesbar angebracht seien oder ob Umsteigemöglichkeiten gut erkennbar wären. Beurteilt werde daher die Ausstattung der jeweiligen Station mit Fahr-, Haltestellen- und Umgebungsplänen oder mit dynamischen Fahrgastinformationen. Wichtig seien auch die Einrichtung mit Sitzgelegenheiten oder Abfallbehältern und der Witterungsschutz bei oberirdischen Stationen. Einbezogen würden aber auch schon der Weg zur Haltestelle und die eigentliche Erschließung einer Station.

Von „großer Bedeutung ist bei dieser Untersuchung“, so VCD-Pressesprecher Holger Greiner, „aber auch das 'Bauchgefühl' der Kunden bei der Benutzung einer Haltestelle“. Hier spielten der Bauzustand, die Beleuchtung und die Sauberkeit einer Station eine wichtige Rolle, da sie großen Einfluss auf Komfort und das Sicherheitsgefühl des Fahrgastes hätten. Barrierefreiheit ist für den VCD ein durchgängiges Thema, das an allen Punkten einer Haltestelle beachtet werden sollte. Wichtig seien hierbei die problemlose Erreichbarkeit von Bus- oder Bahnsteig mit „tatsächlich funktionierenden Aufzügen oder Rolltreppen“ oder das Vorhandensein eines taktilen Leitsystems. Dabei ginge es nicht nur um Ältere, Blinde und Rollstuhlfahrer. „Wer einen Kinderwagen schiebt, oder Koffer schleppt, weiß offene, gut erkennbare Wege ohne Stolperfallen ebenso zu schätzen“.

Zur Durchführung des Tests hat eine Arbeitsgruppe des Frankfurter VCD Leitlinien entwickelt und einen Testbogen erstellt, der durch Ankreuzen auszufüllen ist. Weitergehende Anmerkungen zu allen  Fragekomplexen seien jedoch möglich und erwünscht. Um den Test so umfassend und repräsentativ wie möglich zu gestalten, sucht der VCD jetzt interessierte Helferinnen und Helfer: „Wir suchen Menschen, die sich am Haltestellentest beteiligen. Ihr Einsatz kann dazu beitragen, den öffentlichen Verkehr in unserer Stadt besser zu machen.“

Die Testunterlagen sind sie durch Anforderung per E-Mail (info@vcd-frankfurt, Betreff: Haltestellentest) oder Post (Anschrift: VCD Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband Frankfurt/Main-Taunus e.V., Uhlandstraße 50-Hinterhaus, 60314 Frankfurt am Main) zu erhalten. Leitlinien, Testbogen und Haltestellenliste werden auch auf der Internetseite des VCD-Kreisverbandes (vcd-frankfurt.de) zum Nachlesen und Herunterladen verfügbar sein. Der Test wird Ende Februar abgeschlossen. Die ausgefüllten Testbögen sollen bis 01. März 2009 an den VCD zurückgesandt werden. Die Auswertung des Tests und die Resultate werden der Öffentlichkeit im Frühjahr 2009 präsentiert.


Holger Greiner, Pressesprecher VCD Frankfurt / Main-Taunus

Pressemitteilung als PDF-Dokument

Unterlagen:

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