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Lärmminderung durch reduziertes Tempo

VCD in Frankfurt: Geschwindigkeitsbeschränkung auf stadtnahen Autobahnen und Tempo 30 im Stadtgebiet


Frankfurt a. M. - 26. April 2010. Lärm gefährdet die Gesundheit in erheblichem Maße. Darauf weist die Regionalgruppe Rhein-Main des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) anlässlich des diesjährigen Tags gegen Lärm am 28. April hin. Wer an einer vielbefahrenen Straße, einer lauten Eisenbahntrasse oder im Einzugsbereich eines Flughafens lebe, habe – das belegten umweltmedizinische Studien – mehr zu leiden als Menschen in ruhiger Umgebung. In einem Ballungsraum wie der Rhein-Main-Region seien hunderttausende Menschen massiv und dauerhaft von Lärm belastet.

Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub sieht deshalb in einem Tempolimit mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern auf den stadtnahen Autobahnen und einer Beschränkung auf Tempo 30 im Stadtgebiet eine angemessene und schnell umsetzbare Maßnahme zur Lärmminderung. „Dies sorgt nicht nur für mehr Ruhe, da Rollgeräusche und Motorenlärm reduziert werden, sondern spart auch Treibstoff und senkt das Unfallrisiko“, stellt Holger Greiner von der VCD-Regionalgruppe fest. Neben der Verringerung des Verkehrslärms würde auch die Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden beträchtlich absinken. Die Aufhebung verschiedener Tempolimits auf den hessischen Autobahnen durch Verkehrsminister Posch (FDP) in diesem Frühjahr sei in diesem Zusammenhang „äußerst kontraproduktiv“.

Insgesamt erscheinen dem VCD die Lärmminderungsbemühungen der hessischen Landesregierung nur halbherzig: „Infolge verschiedener Straßen-Ausbauprojekte wie der A 661 oder dem Riederwaldtunnel und unzureichend geplanter Lärmschutzmaßnahmen wird die Belastung im Frankfurter Raum in Zukunft eher noch verstärkt statt nachhaltig reduziert.“ Ebenso würde die Belastung der Menschen in der Rhein-Main-Region durch den Ausbau des Flughafens weiter ansteigen. Dass die Landesregierung sich hier nicht an ihre einst gemachten Versprechungen und das Ergebnis der Mediation hält und, im Gegenteil, sogar gegen die Rechtsprechung des VGH in Kassel, die ein Nachtflugverbot befürwortet, in Revision geht, „wirft ein schlechtes Licht auf die Umweltpolitik der schwarz-gelben Koalition in Hessen,“ so Greiner.

Doch auch die Bürgerinnen und Bürger könnten zur Lärmminderung mit beitragen. Der einfachste Weg Straßenlärm zu verringern, sei immer noch, das Auto häufiger stehen zu lassen, unnötige Fahrten zu vermeiden und kürzere Wege im innerstädtischen Raum zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dadurch könne der Verkehr vom Auto weg hin zu einer leiseren und dabei auch umweltfreund¬licheren Mobilität verlagert werden. Für Menschen, die wissen wollen wie laut es eigentlich vor ihrer Haustür zugeht und die sich vor Ort gegen Lärmbelastungen engagieren wollen, verleiht der VCD einen „Lärm-Aktionskoffer“. Er enthält Informationen und ein einfach zu bedienendes Lärmmessgerät. Weitere Informationen zum Koffer und zum Tag gegen Lärm finden sich im Internet unter www.vcd.org oder auf der Seite zum Aktionstag: www.tag-gegen-laerm.de. 

Holger Greiner, Pressesprecher VCD Regionalgruppe Rhein-Main

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