Positive Auswirkungen für Gesundheit und Stadtklima
VCD begrüßt geplanten Tempo 30-Modellversuch
Frankfurt a. M. – 17. Juni 2011. Der Modellversuch für ein nächtliches Tempolimit mit 30 Stundenkilometern auf den Frankfurter Hauptverkehrsstraßen wird vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) ausdrücklich begrüßt: "Die Einführung dieser Geschwindigkeitsbegrenzung bringt vielfältige positive Wirkungen mit sich. Nahezu alle nachteiligen Wirkungen des PKW und LKW-Verkehrs auf Gesundheit und Wohlbefinden der Einwohner sowie auf die städtische Umwelt lassen sich so nachhaltig mindern." Die durch den Verkehr verursachte Feinstaub-Belastung würde ebenfalls abgesenkt. Dabei weist die Regionalgruppe Rhein-Main des VCD die vom IHK, FDP und ADAC zuletzt geäußerte Kritik an dem Vorhaben entschieden zurück.
"Die von den Kritikern immer wieder verbreiteten Positionen huldigen immer noch dem 'Leitbild der autogerechten Stadt' und sind absolut kontraproduktiv für eine zukunftsfähige Stadt- und Verkehrsentwicklung" stellt VCD-Sprecher Holger Greiner fest. Deren Vertreter müssten sich fragen lassen, was ihre Äußerungen bewirkten und ob sie den Autofahrern damit nicht die Vorstellung vermittelten, dass überhöhtes Tempo selbst in Wohngebieten und verkehrsberuhigten Zonen zu tolerieren sei. "Die angeblich drohende 'Gefahr für den "Mobilitäts- und Logistik-Standort' lässt sich durch keinerlei belastbare Fakten erhärten." Am Tag können Transporter und LKW auch nicht schneller unterwegs sein als es die allgemeine Verkehrslage zulässt. In den Nachtstunden, in denen das Tempolimit zunächst gelten solle, sei das Lastverkehrsaufkommen dagegen sehr gering.
Da die Einführung einzelner Strecken mit Tempolimit einen hohen Verwaltungs- und Überwachungsaufwand mit sich bringe, erscheine auch in diesem Zusammenhang eine stadtweite Einführung von Tempo 30 sinnvoll. Eine "grüne Welle" könnte, so die Verbraucherorganisation, eingeführt werden – aber nur bei Tempo 30. Die Überwachung der Geschwindigkeitsbeschränkungen müsse – insbesondere auch in den Nachtstunden – sichergestellt werden, da gerade zu diesen Zeiten das "Rasen" auf den städtischen Hauptverkehrsstraßen überhand nehme. Hierfür müsse eventuell das Personal aufgestockt und die technische Ausstattung bei der Verkehrsüberwachung verbessert werden, zum Wohle der Anwohnerinnen und Anwohner.
Der Modellversuch könne, so der VCD, nur ein erster Schritt hin zu weitergehenden Verkehrsberuhigungs-Maßnahmen im innerstädtischen Raum der Mainmetropole sein. Aufgrund der Schlussfolgerungen von Umweltwissenschaftlern und Sachverständigen unterstützt der ökologische Verbraucherverband schon lange die Forderungen nach einem generellen Tempolimit in Städten mit 30 Stundenkilometern. Hierzu haben auch der Deutsche Städtetag sowie der wissenschaftliche Beirat des Bundesverkehrsministeriums entsprechend Stellung bezogen, so dass es endlich zu einer Änderung bestehender und zur Einführung neuer gesetzlicher Regelungen im Verkehrs- und Planungsrecht kommen müsse, um Tempo 30 in Städten flächendeckend einführen zu können.
Holger Greiner
Pressesprecher - VCD Regionalgruppe Rhein-Main
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