Stellungnahme zum Ausbau der Straßenbahnlinie 17
Stellungnahme gerichtet an den Verkehrsausschuss der Stadt Frankfurt am Main
Frankfurt a. M., 22. Mai 2012. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) bedauert, dass die aktuelle Diskussion um die Straßenbahnlinie 17 in Sachsenhausen von sachlich nicht nachvollziehbaren Vorurteilen gegen dieses Projekt geprägt ist. Der geplante Lückenschluss der Tram zwischen Mörfelder Landstraße und Stresemannallee/Gartenstraße ist für den VCD ein bedeutender Baustein für den Ausbau des Frankfurter Nahverkehrsnetzes, der nicht nur Sachsenhausen und der Mainmetropole großen Nutzen bringt, sondern auch über die südlichen Stadtgrenzen hinaus positive Wirkungen entfalten kann.
Die hier vorgesehenen Mittel sind, im Gegensatz zu mach anderem Verkehrsprojekt, gut angelegtes Geld. Eine Straßenbahn trägt, bei vergleichsweise geringen Investitions- und Folgekosten, in besonders umweltverträglicher Form, zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs bei. Dies ist, gerade auch bei der geplanten Linie 17 der Fall. Die offizielle, gutachterlich ermittelte Kosten-Nutzen-Rechnung hat bekanntlich hier einen Wert von 1,6 * ergeben, so dass feststeht, dass der Nutzen der Strecke die anfallenden Kosten deutlich übersteigt. Pro Tag kann daher, ausgehend vom derzeitigen Stand, mit einer Verlagerung von etwa 1.150 Fahrten auf die Schiene gerechnet werden. Zudem trägt der vorgesehene Ausbau des Straßenbahnnetzes zu einer nachhaltigen Reduzierung der Belastungen durch Lärm, Abgase und Feinstaub im Bereich der erschlossenen Quartiere und entlang der stark vom Autoverkehr frequentierten Einfallstraßen bei.
Die Befürchtungen, an Gebäuden würden eventuell durch den Bau und Betrieb der Straßenbahn Schäden auftreten, die zu einer Verteuerung des Projekts beitragen könnten, sind für den VCD nicht nachvollziehbar. Anders als etwa beim U-Bahnbau sind hier keine aufwendigen Tunnelbauten mit Eingriffen in Grundwasser und tiefer gelegene Bodenschichten erforderlich. Da die Schienen bei modernen Straßenbahnen heute zudem in schwingungsdämpfenden Elementen gelagert sind, ist auch im Betrieb nicht mit nennenswerten Erschütterungen zu rechnen. In Frankfurt gibt es nun schon seit über 100 Jahren zahlreiche Straßen, in denen Tramlinien verkehren, ohne dass es dabei zu signifikanten Schäden an Bauwerken gekommen ist. Hausbesitzerinnen und -besitzer, die einen Wertverlust ihrer Immobilien durch den Bau der Straßenbahn befürchten, sollten bedenken, dass eine verbesserte Erreichbarkeit der Wohnviertel sowie die Verbesserung der Wohnqualität im Einzugsgebiet der Straßenbahn künftig sogar zu einem Wertzuwachs ihrer Liegenschaften beitragen kann.
Wir möchten außerdem betonen, dass die neue Straßenbahnverbindung der gesamten Stadt Frankfurt, auch über Sachsenhausen hinaus, bedeutende Vorteile einbringt. Als erster Abschnitt des Projekts Ringstraßenbahn, ermöglicht sie - durch die Verknüpfung bestehender Streckenabschnitte und durch direkte Umsteigemöglichkeiten an allen U-Bahnlinien - neue, bessere und schnellere Verbindungen zwischen den Stadtteilen. Heute noch anfallende Umwege über die Innenstadt lassen sich so vermeiden. Darüber hinaus könnte eine Erweiterung der Straßenbahn über die Stadtgrenzen hinaus, wenn sich etwa Neu-Isenburg oder Dreieich beteiligten, zu einer wesentlichen Verbesserung des Schienenverkehrs im Süden der Mainmetropole beitragen. Die Linie 17 böte für etliche Pendlerinnen und Pendler aus den Wohn- und Gewerbegebieten dieser Kommunen eine umweltschonende, direkte Verbindung in die Frankfurter City. Durch eine mögliche Anbindung der Tram an die geplante Regionaltangente West (RTW) könnte das Nahverkehrsnetz darüber hinaus noch dichter geknüpft werden.
Eine Streichung des Straßenbahn-Projektes wäre für den VCD ein kurzsichtiger Akt. Eine kurzfristige Einsparung knapper Finanzmittel bedeute am falschen Ende sparen zu wollen, da somit langfristige Entwicklungsperspektiven im Nahverkehrsbereich leichtfertig vertan würden.
* Die aktuellen Zahlen (im Verkehrsausschuss am 22.05.2012 bekanntgegeben) sprechen hier derzeit nur noch von einem Wert von 1,3. Der Nutzen der Strecke überwiegt die anfallenden Kosten weiterhin.
Diskussion über Tarife in Offenbach
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Fotos: VCD KV Offenbach | ||
Am 28. Oktober wurde gemeinsam vom
VCD Kreisverband Offenbach und der Volkshochschule der Stadt in den Räumen der VHS eine Diskussionsveranstaltung durchgeführt. Thema des Abends war die Auseinandersetzung mit den Fahrpreisen und der Tarifstruktur des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) sowie der im Verbundraum gegebenen Qualität der angebotenen Verkehrsleistungen.
Eingeleitet wurde der Abend durch einen Vortrag zum Regionalen Fahrpreisvergleich des VCD, der von Holger Greiner, dem Kommunikationsbeauftragten der VCD Regionalgruppe Rhein-Main präsentiert wurde. Teilnehmer bei dem von Brigitte Schaack (VCD Offenbach) moderierten Abend waren auf dem Podium die Offenbacher Bürgermeisterin und Mobilitäts-Dezernentin Birgit Simon (Grüne) sowie der Pressesprecher des RMV Peter Vollmer.
Das Fazit des Vortrags lautete, dass das Fahrpreisniveau des größten hessischen Verkehrsbundes in Bezug auf die gebotenen Leistungen stark überhöht ist, da der RMV gerade im Bereich des Regionalverkehrs bei den verglichenen Verbünden hier sehr oft einen Spitzenplatz belegt. Kritisiert wurden in diesem Zusammenhang auch die Schwächen und Ungereimtheiten des derzeit gültigen Waben-Tarifsystems.
An den Vortrag schloss sich eine lebendige Diskussion an. Während Bürgermeisterin Simon die Forderungen der Stadtpolitik an einen günstigen und leistungsfähigen Nahverkehr zum Ausdruck brachte und die Fahrpreise kritisierte, versuchte der RMV-Vertreter das hohe Preisniveau durch die Leistungen und Angebote des Verbundes zu rechtfertigen. Ohne den hohen Kostendeckungsgrad müsste der Steuerzahler verstärkt für die ÖPNV-Finanzierung einstehen. Es sei aber zumindest angestrebt, verschiedene "unschöne Unwuchten" im Tarifsystem in absehbarer Zeit zu beheben. Auch aus dem Publikum heraus wurde in – teilweise sehr sachkundigen – Beiträgen Kritik am Preis-Leistungs-Verhältnis und am ungerechten und undurchschaubaren Tarifsystem laut.
VCD-Kritik: Qualität beim RMV noch verbesserungswürdig
Frankfurt a. M. - 26. August 2010. Die Regionalgruppe Rhein-Main des Verkehrsclub Deutschland (VCD) wertet den neuen Qualitätsbericht des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) kritisch. Es sei, so der ökologisch orientierte Verkehrsclub, zwar positiv, dass sich die Pünktlichkeit im Öffentlichen Nahverkehr gesteigert habe. Dennoch sei das Niveau, so Sprecher Holger Greiner, weiterhin verbesserungswürdig: „Es gelingt dem RMV immer noch nicht die eigenen Zielvorgaben mit 96 Prozent Pünktlichkeit zu erreichen. Besonders gravierend sei es zudem, dass die wichtige „internationale“ S-Bahn-Linie 8, die als zentrale Verbindungsachse für die Rhein-Main-Region auch den Flughafen erschließt, mit 90,93 Prozent hier den „negativen Ausreißer“ bilde. Von einer wirklichen Vertaktung der S-Bahn und der zugehörigen Anschlüsse könne zu bestimmten Zeiten nicht mehr die Rede sein.
Negativ käme auch hinzu, dass die Information der Fahrgäste über Störungen immer noch zu wünschen übrig ließe. Der VCD bekräftigt in diesem Zusammenhang seine Auffassung, „dass das Preis-Leistungs-Verhältnis des größten hessischen Verkehrsverbundes nach wie vor eher mangelhaft ist“.
"Neue Tarife" - Fachtagung der Regionalgruppe Rhein-Main
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Die VCD-Regionalgruppe Rhein-Main lud für den 20. April zu einer gut besuchten Abendveranstaltung unter dem Titel "Neue Tarife für den RMV" nach Frankfurt ein, bei die Fahrpreise und die Tarifstruktur des RMV diskutiert werden sollten. Verschiedene Untersuchungen des VCD belegen, dass der RMV einer der teuersten Verkehrsverbünde Deutschlands ist. Werde eine regionale Perspektive in die Betrachtung mit einbezogen verschlechtere sich das Preis-Leistungs-Verhältnis beim RMV noch einmal erheblich. Während dieser Fachtagung wurden Zahlen aus einem neuen Vergleich mit vier großen Verkehrsverbünden in einer Präsentation vorgestellt und die Ursachen hierfür hinterfragt. Ein weiteres Thema war an diesem Abend die Qualität von Haltestellen und Bahnhöfen. Die ersten Resultate eines entsprechenden Tests der Regionalgruppe wurden an diesem Abend gezeigt.
RMV-Tarife in der öffentlichen Diskussion
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Das Thema Fahrpreise im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) wird auch weiterhin intensiv in der Öffentlichkeit diskutiert. Die Frankfurter Rundschau hat hierzu am 23. März im Regionalteil einen ausführlichen Artikel unter dem Titel "Unfaire Preise" gebracht. Zudem gab es in der selben Ausgabe einen Leitartikel der FR-Journalistin Jutta Rippegather, in dem sie sich kritisch mit den derzeitigen Tarifstrukturen auseinandersetzt. In der Berichterstattung wurden auch Argumente der Regionalgruppe Rhein-Main des VCD aufgenommen. Auch die Offenbacher Bürgermeisterin und Dezernentin für Umwelt und Soziales Brigitte Simon (Grüne) äußerte in dem Bericht ihre Kritik am RMV-Tarifsystem. Dass das Preissystem zu Ungerechtigkeiten führt, musste selbst RMV-Sprecher Peter Vollmer einräumen. Auch die Kommentare der FR-Leser zu den Artikeln lassen kaum ein gutes Haar am Preis-Leistungs-Verhältnis des ÖPNV in der Rhein-Main-Region.
Mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Rundschau verlinken wir hier auf die beiden genannten Artikel:
Öffentlicher Dank für Verzicht auf Fensterflächenwerbung
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Frankfurt a. M. - 09. November 2009. Die Regionalgruppe Rhein-Main des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) hat sich in einer "Dankeschön-Aktion" bei verschiedenen Unternehmen und Einrichtungen öffentlich dafür bedankt, dass sie sich bei Werbemaßnahmen auf Straßenbahnwagen in Frankfurt für eine Variante der Ganzflächenwerbung entschieden haben, die Fensterflächen frei lässt. Die hierfür Verantwortlichen hätten, "gezeigt, dass auffällige Werbung und Rücksichtnahme auf die Fahrgäste, die gerne einen freien und unbeeinträchtigten Ausblick aus den Fahrzeugen haben wollen, nicht im Widerspruch zueinander stehen" und unter Beweis gestellt, dass ihnen die Menschen in den Fahrzeugen, auf denen sie werben, auch als potentielle Kunden wichtig sind. Moderne und attraktive Fahrzeuge sind eine wichtige Voraussetzung, um Nahverkehrs-Kunden zu halten oder zu gewinnen. Deren Gestaltung und Funktion darf nicht durch überproportionale Werbung beeinträchtigt werden. Wenn sich Fahrgäste durch Werbung gestört fühlten, nutze dies letztendlich weder der werbetreibenden Wirtschaft noch den Anbietern von Nahverkehrsleistungen.
VCD gegen störende Werbung auf Fenstern und an Stationen
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Frankfurt/M., 16. Mai 2008. „Werbeflächen auf Fahrzeugen und an Stationen dürfen die Nutzbarkeit öffentlicher Nahverkehrsmittel für die Fahrgäste nicht einschränken“ stellt der Frankfurter Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) fest. Wenn sich Fahrgäste durch Werbung gestört fühlten, nutze dies weder der werbetreibenden Wirtschaft noch dem Anbieter von Nahverkehrsleistungen. Dass großflächige Werbung auf Fensterflächen oder unangemessene Werbeträger auf Bahnsteigen gegen die Fahrgastinteressen verstoßen, müsse endlich auch die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) erkennen, stellt der Frankfurter VCD angesichts der jüngsten VGF-Werbekampagne fest.
Busse und Bahnen für Frankfurt
In einer 4-seitigen Broschüre "
Busse und Bahnen für Frankfurt" hat der VCD Frankfurt / Main-Taunus Informationen und Positionen zu aktuellen ÖPNV-Projekten zusammengestellt. Die Ausgabe 1/2007 beschäftigt sich mit: Fensterflächenwerbung, Busumsteigepunkten, der Bahnsteiglösung für die U5 und dem Thema Fahrpreise.







