100 Jahre Göttingen–Bodenfelder Bahnstrecke
Beim Eisenbahnfest Adelebsen am 26. September 2010 von 10-18 Uhr war der VCD mit einem Stand vertreten. Das Göttinger Tageblatt berichtete in der Ausgabe vom 27. September 2010 sowie online darüber.
Anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Bodenfelder Bahn hat der VCD den Arbeitskreis „100 Jahre Göttingen–Bodenfelder Bahnstrecke“ eingerichtet, Sprecher ist Benjamin Bock.
Auf der Schiene in die Zukunft!
Am 15. August 1910 wurde die Strecke Göttingen-Bodenfelde in Betrieb genommen. Das ist heute ein Anlass zum Feiern, aber Verbesserungen sind dringend notwendig:
Der Klimaschutz erfordert, mehr Verkehr von Personen und Gütern auf die Schiene zu verlagern. Die Bodenfelder Strecke hat eine wichtige Regionalfunktion, durchaus aber auch das Potential für Fernverbindungen. Denn sie ist die kürzeste Verbindung zwischen der Region Südniedersachsen und dem Ruhrgebiet, mit Anschlußmöglichkeit in den Kölner Raum. Besonders die Regino des Weserberglandes mit Göttingen als Oberzentrum braucht eine attraktive West-/Ost-Bahnverbindung. Die Bahnlinie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie erschließt für Touristen das landschaftlich interessante Schwülmetal, den Solling und verknüpft den Weser- mit dem Leine-Radwanderweg. Weil durch sie die Mobilität verbessert wird, erhöht sich das wirtschaftliche Potential und – vor allem – die Lebensqualität in der Region.
Wie muss die Zukunft aussehen?
Für Schüler, Berufspendler und Touristen muss die Strecke schneller und öfter befahren werden. Bis heute schränken die unzureichend gesicherten Bahnübergänge die Fahrgeschwindigkeit auf 60 km/h ein. Seit Jahren werden Halbschranken und verbesserte Sicherheitstechnik auf der Strecke gefordert. Die von der DB AG gemachten Zusagen müssen endlich umgesetzt werden. Nur dann können die Züge schneller fahren: 100 km/h im Stundentakt – das ist die Zukunft! Eine deutlich verkürzte Fahrzeit und stündliche Verbindungen machen das Umsteigen vom Pkw oder Bus auf die Bahn attraktiv.
Der Mobilitätswandel muss heute angestoßen werden. Klimaschutz und Ressourcen-Verknappung machen das erforderlich. Für die Bodenfelder Bahn bedeutet das, dass neue Triebwagen mit zukunftsweisender, energieeffizienter und somit kostensparender Antriebstechnik eingesetzt werden müssen. Der Einsatz regenerativer Energien ist auch für den Bahnverkehr möglich.
Wir fordern
von der Niedersächsischen Landesregierung, den Landtagsfraktionen, dem Verkehrsverbund Süedniedersachsen und der DB Region Nord …
kurz bis mittelfristig …
- sofortiger Einbau von Bahn-Sicherungsanlagen entlang der Strecke
- Steigerung der Geschwindigkeit von 60 km/h auf 100 km/h
- attraktive Fahrpreise, die Pendler zum Umsteigen veranlassen
- attraktive Fahrpläne morgens in Richtung Göttingen und abends zurück
- ausreichende Parkmöglichkeiten für Pkw und Fahrrad an den Bahnhöfen
- bessere Abstimmung der Fahrpläne mit den Regional-Bussen
- durchgehende Zugverbindung nach Paderborn
- Einführung eines Stundentaktes
- kostenlose Fahrradmitnahme
langfristig …
- durchgehende Fernzugverbindung Richtung Köln / Ruhrgebiet / Münster
- weitere Haltepunkte (Erbsen, Emmenhausen, Weende)
- Einsatz zukunftsweisender, abgasfreier, elektrischer Antriebe (z.B. Einsatz von Bremskraftrückgewinnung und Akku-Technik)
- Ladestationen für E-Mobilität (Pedelec, Elektro-Auto)
© + V.i.S.d.P.: Dr. P. Kasten // Tel.: 051 - 4 13 84 // E-Mail: goenom@vcd.org // Red. + Satz + Grafik: M. Odernheimer + B. Bock // Göttingen im September 2010

