Gedanken zum Nahverkehr
Satire
Der Bürger an der Haltestelle
erwartet doch auf alle Fälle
den nächsten Bus, die nächste Bahn –
doch leider oft nur leerer Wahn.
Denn:
Politiker von nah und fern
sie hören reden sich so gern,
versprechen viel, was gar nicht wahr,
verteilen Geld, das gar nicht da.
Bürokraten, Zweckverbände
reiben sich bereits die Hände,
denn bei Podiumsdiskussionen
Sonntagsreden meist sich lohnen.
Regionalisierungsmittel
kürzt man schnell auf knapp zwei Drittel.
Entscheidungsträger weit und breit
sind ja alle so gescheit.
Den Bürger aber – ganz normal –
sieht man als Fahrgastpotential.
Er gilt ja nur als großer Tor,
kommt bei Reden selten vor.
Hier wird der Bürger nicht vermisst,
weil er ja gar nicht wichtig ist.
Obwohl er alles zahlen muss,
kommt er zu dem fatalen Schluss:
Der ÖPNV läuft wunderbar,
wenn kein einz’ger Fahrgast war.
(Peter Ernst, 2008)

