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Thesen des VCD Hagen-MK zur Oesetalbahn (Mai 2009)

Warum ist Schienenverkehr sinnvoll zwischen Hemer und Menden?

Hemer und Menden liegen im Ballungsrandgebiet zwischen Ruhrgebiet und Sauerland mit dichter Bevölkerung, Industrie und Gewerbe. Daher sind sie Teil einer wichtigen Verkehrsachse.
Gleichzeitig bilden Menden und Hemer ein Tor zur Natur- und Erholungslandschaft Sauerland mit Hönnetal, Stephanopeler Tal und Balver Wald.

Deshalb sind auf dieser Achse alle Bedingungen und Chancen für Verkehr auf der Schiene vorhanden, nämlich genügend Bewohner und ausreichend Bedarf für Güterverkehr.

In Menden und Hemer zusammen leben ca. 95.000 Menschen, davon allein in Hemer ca. 37.000, das sind mehr als z. B. in den beiden Anliegerstädten des oberen Teils der Hönnetalbahn (Balve + Neuenrade = ca. 25.000 Einwohner), so dass rein zahlenmäßig sogar ein höheres Fahrgastpotential zwischen Hemer und Menden besteht als auf der (oberen) Hönnetalbahn.

Eine Ausweichmöglichkeit zur Straße ist bei dem hohen Verkehrsaufkommen zwischen Hemer und Menden auf jeden Fall sinnvoll. Die Straßen, v. a. die B7, und ihre Anwohner werden so entlastet und man kann Verkehr bei Engpässen (Stau im Berufsverkehr, Baustellen usw.) auf die Bahn verlagern.

Die Strecke Menden-Hemer bietet sich zukünftig auch für die seit langem politisch geforderte verstärkte Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene an. Es liegen genügend Gewerbe- und Industriebetriebe einschl. Steinbrüche (mit besonders bahntauglichem Massengut) im nahen Umfeld der Strecke.

Welche Stärken hat die Schiene gegenüber der Straße?

Worin ist Bahnverkehr besser als Fahrrad oder Bus?

Die Bahn kann deutlich mehr für den Verkehr leisten als Bus und Rad, sowohl für den Personen- und erst recht für den Güterverkehr:

Buslinien sollten daher den Bahnverkehr dort ergänzen, wo keine Schienen liegen oder wo innerorts Siedlungen mit einem dichteren Haltestellen-Netz zu erschließen sind.

Warum bestehen für Personenverkehr auf der Schiene zwischen Hemer und Menden gute Aussichten für genügend Nachfrage?

Die Bahnhöfe von Hemer und Menden liegen sehr günstig zentral, mit kurzen Wegen zu den Innenstädten.

Schienenverkehr ist heutzutage in der Zeit nach Bahnreform/Regionalisierung für Fahrgäste deutlich attraktiver als noch 1989 zur Zeit des Endes des Personenverkehrs zwischen Hemer und Menden, was an erfolgreichen Zugverbindungen wie Dortmund-Winterberg zu sehen ist.
Weitere Reaktivierungen sind in Planung oder werden untersucht, z. B. Lüdenscheid – Meinerzhagen – Marienheide; Brilon Wald – Brilon(Stadt) und Sundern – Neheim-Hüsten.

Zwischen dem östlichen Ruhrgebiet (Hagen, Dortmund, Unna) und dem nordwestlichen Sauerland (Menden, Hemer, Hönnetal) gibt es enge und umfangreiche Verflechtungen und damit große (potenzielle) Nachfrage im Berufs-, Ausbildungs-, Einkaufs-, Freizeit- und Ausflugsverkehr.

Für Reisen zwischen Hemer-Mitte und Menden-Mitte, aber vor allem zwischen Hemer/Menden und Ruhrgebiet sowie für den Anschluss an den Fernverkehr ist eine Bahnverbindung mit möglichst wenig Umsteigen deutlich besser geeignet als der Linienbus.

Was ist mit einer notwendigen besseren Radverbindung zwischen Hemer und Menden?

Der Bahntrassenradweg wäre nicht ideal, vor allem nicht schön, u. a. weil er  überwiegend zu nah an der stark befahrenen B7 verläuft.

Es gibt alternative Trassen für einen Radweg zwischen Menden und Hemer, z. B. neben den Gleisen oder entlang der Oese. Innerorts in beiden Städten sind schon jetzt die vorhandenen Radwegabschnitte ganz annehmbar.

Die Möglichkeit  der Radmitnahme im Zug ist für Radfahrer immer nützlich. Daher ist ein Nebeneinander von Radweg und Bahnstrecke anzustreben.

Wie könnte ein sinnvoller Bahn-Personenverkehr zwischen Hemer und Menden aussehen?

Warum passt eine Reaktivierung des Schienenverkehrs zur Landesgartenschau 2010 (LGS) in Hemer?

Eine Landesgartenschau ist ein großer Publikumsmagnet und erzeugt daher viel Verkehr. Viele Besucher werden aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet anreisen, wo ohnehin ein größerer Anteil Bahnnutzer lebt als in ländlichen Gegenden.

Nicht zuletzt nützt es dem Ansehen der LGS und der Stadt Hemer, wenn man es schafft, dieses große Ereignis mit der Wiederbelebung eines eigenen Bahnanschlusses zu verbinden. Denn damit hat die LGS Hemer eine weitere Besonderheit im Vergleich zu bisherigen Gartenschauen aufzubieten.

Unsere Thesen zur Oesetalbahn finden Sie auch noch etwas ausführlicher im Positionspapier als PDF zum Download.

 

Thesen zur Bahnstrecke Hemer - Menden (Stand: März 2008; kleine Ergänzungen Mai 08)

 

 

 

 

 




Industrie-Park Edelburg mit der (hier nachgezeichneten) Bahntrasse davor; unmittelbar an den linken Bildrand schließt sich das Steinbruch-Gelände an; Potenzial für Güterverkehr auf der Schiene;
Februar 2008; Bild: VCD/Spiekermann

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