Der Bahnhof Menden im Jahr 2008
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links: Bahnhofsvorplatz im Februar 2008 Mitte: Bahnsteigseite im Oktober 2007 rechts: Unterführung im Oktober 2007 Fotos: VCD/Spiekermann zum Vergrößern bitte anklicken! | |||||
Seit etwa 1998 geht es mit dem Bahnhof Menden und seinem Umfeld bergab. Die Fahrkartenausgabe im Hauptgebäude und der angrenzende Güterbahnhof wurden aufgegeben, das Bahnhofsgebäude später an einen privaten Investor verkauft. Es folgten Eigentümerwechsel. Der bauliche Verfall schreitet bis heute unablässig fort.
Den aktuellen Zustand (2008) kann man nur noch als katastrophal bezeichnen!
Die Stadt Menden setzt ganz auf private Investoren bei der Erneuerung des Bahnhofs.
Von verschiedenen Eigentümern und Investoren gab es in den letzten Jahren unterschiedliche, oft mehrfach geänderte Pläne für die Neugestaltung.
Von Anfang an stark im Vordergrund stand für Politik und Bürger das Bestreben, einen (optischen) Schandfleck zu beseitigen. Die sinnvolle Neu-/Wieder-/Um-Nutzung fand und findet weniger Beachtung.
Die Ideen und Planungen der letzten Jahre für den Bahnhof Menden erwecken den Eindruck, dass es kaum noch um den Bahnhof als Verkehrsknotenpunkt und Eingangspforte für Besucher zur Stadt geht.
Vielmehr scheint es hauptsächlich um eine Nachfolgenutzung in Form eines Ablegers der Innenstadt mit Einzelhandel etc. zu gehen, also so etwas wie ein "Einkaufszentrum am ehemaligen Bahnhof ".
Bis Mitte 2008 konnte sich kein Plan durchsetzen, so dass der Verfall am Bahnhof Menden vorerst andauert.....
Seit Juni 2008 liegen nun aber konkretere Planungen vor (s. Näheres dazu hier).
Auch in der Diskussion seit Sommer 2008 fällt auf, dass breite Öffentlichkeit und Politik sich hauptsächlich mit Fragen der Ästhetik (Fassadengestaltung) und des Planungs- und Entscheidungsverfahrens beschäftigen, aber kaum mit dem Standort Bahnhof und seiner Funktion.
Allgemeine Linktipps zum Bahnhof Menden:
Hier einige Vorschläge für konkrete Nutzungen des Bahnhofs Menden im Sinne der VCD-Ziele:
a) Personenbahnhof
- Unterbringung der VHS ganz oder teilweise; dies bietet sich wegen der zentralen Lage mit guten Verkehrsanbindungen hierfür an, zumal für Nutzer auch aus den anderen Städten des VHS-Zweckverbandes, Balve und Hemer
- Polizeistation
- Reisebüro mit DB-und MVG-Fahrkartenagentur
- Bäcker/Konditor/Café
- Zeitschriftenhandel
b) Güterbahnhof
Aufgrund seiner Lage, Größe, Ausstattung (und Geschichte) dürfte dieses Gelände am ehesten für Zwecke des Schienengüterverkehrs, Warenlagerung und -umschlag geeignet sein. Daher
- Ansiedelung eines Logistik- oder Güterverkehrszentrums o. ä. für den Kombinierten Verkehr (Straße-Schiene) mit Anbindung an B7/B515 per Zufahrt von der Westtangente oder durch die - dann zu verbreiternde - Unterführung von der Galbreite; also nicht über die Innenstadt! Einzugsgebiet: Hönnetal, Menden, Hemer
- im Umfeld Speditionen, Warenlager usw.
- Fahrradstation (hier sogar evtl. besser passend als die Station in Fröndenberg, weil in Menden unmittelbar an einem durchgehenden Radweg gelegen)
Rückblick: Stellungnahme zum Bahnhof Menden aus dem Jahr 2000
Im Jahr 2000 und danach beteiligte sich die VCD-Ortsgruppe Menden-Hemer-Balve an der Bürgerinitiative "Lebendiger Bahnhof Menden".
Im November 2000 verfassten wir eine Stellungnahme zur Lage des Bahnhofs, die auch als Pressemitteilung veröffentlicht wurde.
Darin enthalten sind auch Zielvorstellungen für die Neugestaltung des Bahnhofs und seines Umfeldes.
Diese gelten im Großen und Ganzen auch heute (März 2008) noch!
Deshalb folgen hier einige Auszüge aus der damaligen Stellungnahme v. 19.11.00:
"[......] Am Bahnhof Menden einschließlich seines Vorfeldes treffen in recht zentraler Lage auf dem Stadtgebiet wichtige Verkehrswege zusammen: die Schienenwege der Hönnetalbahn (....), Buslinien der MVG und des Bürgerbusses, der wichtigste Radweg der Stadt (Abschnitt Promenade) sowie viele stark genutzte Fußgängerstrecken, darunter zahlreiche Schulwege und innenstadtnahe Spazierwege.
Diese für das Verkehrsnetz Mendens außerordentlich günstige Lage gibt nach unserer Ansicht die Funktion des Standortes Bahnhof als Knotenpunkt insbesondere des Nicht-Auto-Verkehrs in unserer Stadt vor.
Wir halten es deshalb für wichtig, dass die künftige Bebauung und Nutzung des Bahnhofsumfeldes die bisherige Funktion nicht beeinträchtigt, sondern eher noch unterstüzt. Dafür ist entscheidend, dass der Bahnhof Menden eine ausreichend ausgestattete Bahnstation und ein funktionierender Schnittpunkt des Umweltverbundes bleibt.
In erster Linie muss der in den letzten Jahren entstandene trostlose Zustand des Bahnhofs beendet werden. Dieser ist zurzeit völlig verwahrlost und für Fahrgäste, aber auch für alle anderen Bürger und Besucher der Stadt zunehmend abstoßend.
Der Bahnhof braucht daher ein freundliches und äußerlich ansprechendes Gebäude mit zusätzlichen, möglichst 'bahnhofstypischen' Einkaufsmöglichkeiten und vielleicht weiteren Nutzungen mit Treffpunktcharakter. So würde auch der Aufenthalt während Wartezeiten für Fahrgäste wieder angenehmer.
Nur dann kann am Bahnhof wieder ein lebendiger Verkehrsmittelpunkt und ein der Stadt würdiges Aushängeschild entstehen.
[....]
Die künftige Gestaltung und Nutzung des Bahnhofsumfeldes darf das Umsteigen zwischen Bahn, Bus und Rad nicht beeinträchtigen. Dies ist vor allem wichtig für den Fußweg zwischen Bahnsteig und den entfernter liegenden Bushaltestellen Abzweig Bahnhof und Westwall. Aber auch der Rad- und Fußweg entlang der Promenade darf nicht durch die Achse Bahnhofstraße/Heimkerweg stärker zerschnitten werden. Es ist also an dieser Stelle zusätzlicher Autoverkehr möglichst zu vermeiden.
Überdies sind großzügigere, wetter- und diebstahlsichere Fahrradabstellanlagen am Bahnhof wünschenswert. Dies gilt auch für die Vorhaltung ausreichender Park&Ride-Parkplätze.
[......]."




