Kurz-Stellungnahme zum geplanten Lückenschluss der Autobahn A 46 zwischen Iserlohn und Arnsberg
Der VCD lehnt den Lückenschluss der Autobahn A 46 zwischen Iserlohn und Arnsberg/Neheim-Hüsten ab!
Wir sehen diese Autobahn für unsere Region nicht als so erforderlich an, dass
man die damit verbundenen Nachteile und schädlichen Auswirkungen auf Landschaft,
Umwelt und Lebensqualität in Kauf nehmen dürfte.
Die erwarteten Vorteile wie bessere Verkehrsanbindung und Entlastung der Ortsdurchfahrten vom Durchgangsverkehr sind in ihrem Ausmaß voraussichtlich nicht groß genug, um die ziemlich sicher eintretenden Nachteile zu rechtfertigen.
Außerdem sind alternative Lösungen zur Verbesserung der Verkehrssituation möglich.
Die A 46 brächte zusätzlichen überregionalen Verkehr in bzw. durch unser Gebiet (v. a. zur Umgehung von Westhofener Kreuz und Kreuz Dortmund/Unna).
Die wertvolle Natur- und Erholungslandschaft von Hemer und Menden über Oese- und Hönnetal bis zum Ruhrtal bei Ense und Neheim würde zerschnitten, Böden versiegelt, unzählige Bäume gefällt und Lärm und Abgase in bisher davon verschonte Gebiete getragen.
Um eine einigermaßen umweltverträgliche Trassenführung zu bekommen, müssten mehr und deutlich längere Tunnel gebaut werden, als bisher geplant sind. Dies wäre aber zu teuer und würde die Erreichung der Ziele erneut verzögern.
Mögliche Standortvorteile für die hiesige Wirtschaft durch bessere Verkehrsanbindung werden dadurch relativiert, dass man ja keinen echten Vorsprung gegenüber den bereits jetzt direkt an (mindestens) die A 46 angeschlossenen anderen Wirtschaftsstandorten wie Hagen und Arnsberg/Neheim erhält. Außerdem kann die Gefahr nicht ausgeschlossen werden, dass die neue durchgängige Verbindung dazu führt, dass Menschen aus den Nachbargebieten an unseren Städten und Erholungsgebieten vorbeifahren statt zu uns zu kommen. Denn Erholungssuchende aus dem Ruhrgebiet könnten gleich bis Arnsberg und weiter ins Hochsauerland durchfahren und in der anderen Richtung Einkaufswillige aus dem Sauerland direkt bis Hagen oder Dortmund, zumal die neue Autobahn gleichzeitig unsere in dieser Hinsicht empfindliche Landschaft unattraktiver machen würde.
Auch ist nach über 30 Jahren Diskussion und Suche immer noch keine
umweltverträgliche oder bezahlbare und zwischen den betroffenen Kommunen
konsensfähige Trasse für den Lückenschluss in Sicht.
Man sollte daher die durch Verzicht auf den Lückenschluss einzusparenden Mittel für die Suche und Verwirklichung von geeigneten Alternativen umschichten.
Hierfür liegen schon einige Vorschläge auf dem Tisch.
Ein wichtige Bedingung dafür ist die Verlagerung von Verkehr (insbesondere Güter) auf den Umweltverbund, vor allem auf die Schiene.
Außerdem ist das bestehende Straßennetz zu optimieren. Denkbar wären eine zweispurige Umfahrung von Hemer mit Tunnellösung und in Menden die Nordtangente als Bundesstraße.
Verweise und Links zum Thema A 46
- zum Aktionstag der GigA46 vom 01.06.08
- Bürgerbarometer zur A 46 von Westfalenpost und Uni Duisburg aus 11/2007
- Webseite der Initiative Lebenswertes Ruhrtal
- Homepage zur GigA46 (Stand: 2004)

