„Monstertrucks“: VCD fordert klare Absage
(KASSEL, 21. FEBRUAR 2011)
Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert die hessische Staatsregierung auf, den Einsatz von übergroßen Lastkraftwagen vollständig abzulehnen. Er regiert damit auf Äußerungen von Verkehrsminister Dieter Posch, die Bedingungen für die auch als „Gigaliner“ oder „Monstertrucks“ bekannten Fahrzeuge zu prüfen. Der VCD wünscht sich statt dessen, den Güterverkehr verstärkt auf die Schiene zu verlagern.
Der VCD befürchtet auch beim Einsatz nur auf ausgewählten Strecken erhebliche Sicherheitsprobleme. Die Zerstörungskraft bei einem Unfall ist direkt von der Masse abhängig. Je länger ein Fahrzeug, desto mehr Fläche wird in Kurven überfahren. Liegengebliebene, verunglückte oder falsch parkende Riesenlaster sind schwerer zu passieren. Je länger ein Fahrzeug, desto kritischer werden Überholvorgänge. „Und spätestens, wenn die Monstertrucks sich Elefantenrennen liefern, wird die Leistungfsfähigkeit der Autobahn gesenkt, nicht erhöht.“ so Martin Mützel, VCD-Landesgeschäftsführer.
Zudem sei zu erwarten, dass die Lasterlobby die Bedingungen für den Einsatz dieser Fahrzeuge per Salamitaktik ausweiten werde, wenn die grundsätzliche Freigabe erteilt ist. „Wenn die Riesenlaster erst einmal regelmäßig auf der Autobahn sind, werden sie bald auch auf die Innenstädte losgelassen“ befürchtet Mützel. Auch das Sicherheitsniveau werde mittelfristig weiter sinken: „In den sogenannten Testversuchen werden qualifizierte Fahrer mit gepflegten Fahrzeugen und realistischen Zeitvorgaben fahren. Anschließend wird die in der Speditionsbranche übliche Rücksichtslosigkeit und Schlamperei einziehen.“
Ein weiteres Problem ist die Wirkung auf den Straßenzustand. Höhere Lasten bedeuten mehr Verschleiß. Mützel: „Bereits jetzt sind die meisten Kommunen nicht in der Lage, die vorhandenen Straßen in einem guten Zustand zu halten. Bei den Fernstraßen kommen die Brücken in die Jahre. Noch mehr Masse leert die Kasse.“
Der ökologische Verkehrsclub fordert die Staatsregierung auf, sich verstärkt um den Schienengüterverkehr in Hessen zu kümmern. Hier ist Hessen gegenüber Nachbarbundesländern im Hintertreffen. Mützel: „Wir brauchen Kapazitätserweiterungen im Knoten Frankfurt, zwischen Fulda und Hanau sowie zwischen Rhein-Main und Rhein-Neckar.“
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