Kassel-Calden: VCD sieht sich bestärkt
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht sich durch die Äußerungen des Verwaltungsgerichtshofs Kassel (VGH) in seiner Ansicht bestätigt, dass für einen Ausbau des Flughafens Kassel-Calden kein ausreichender Bedarf vorhanden sei.
„Bereits vor fünf Jahren - im Zuge des Raumordnungsverfahrens – hat der VCD die Notwendigkeit des Ausbaus angezweifelt. Diese Zweifel haben sich nun bestätigt“, erklärt Werner Geiß, Flugverkehrsexperte des VCD Hessen. Die Bedarfsprognose von Intraplan sei der klassische Fall eines Gefälligkeitsgutachtens.
Der VCD lehnt den Ausbau des Flughafens grundsätzlich ab. Der Betrieb anderer Regionalflughäfen verursache fast ausnahmslos hohe Defizite und sei nur mit Subventionen der öffentlichen Hand möglich. Geiß sieht deshalb in der Überprüfung der Bedarfsprognosen vergleichbarer regionaler Flughäfen einen längst überfälligen Schritt: „Die meisten Regionalflughäfen haben sich mangels Bedarf als Fehlinvestitionen erwiesen, sind allenfalls Statussymbole für politische Provinzfürsten. Das darf sich in Kassel nicht wiederholen.“ Die Region sei gerade im Begriff, sich als qualifizierte Ferienregion und Erholungsgebiet auch wirtschaftlich zu profilieren. Ein Flughafen mache diese Bemühungen zunichte.
Der VGH hatte die Bedarfsprognose angezweifelt, mit der im Planfeststellungsverfahren der Ausbau begründet wurde. Diese war im Auftrag des Flughafenbetreibers von der Münchener Intraplan Consult erarbeitet worden. Flughafenbetreiber und Land Hessen müssen nun zusätzliche Unterlagen bereitstellen.

