VCD-Mitgliederversammlung für schnelleren Bahnausbau Sabine Schneider (Wehrheim) neu im Vorstand
(Kassel/Darmstadt, 4. April 2011)
Die Mitglieder des ökologischen Verkehrsclubs VCD sprechen sich für einen schnelleren Ausbau des Bahnnetzes in Hessen aus. Bahn und Bund müssen mehr auf eine gute Vernetzung der Angebote im Rahmen eines „Deutschland-Taktes“ und auf ausreichende Kapazitäten im Güterverkehr achten. Dies wird in einer Resolution festgehalten, die die Mitgliederversammlung am Wochenende in Darmstadt beschlossen hat. Kurzfristig ist eine Erweiterung des Bahnknotens Frankfurt notwendig. Schrittweise müssen zudem der Ausbau der Kinzigtalbahn Frankfurt–Fulda und die Errichtung der Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim erfolgen.
Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender, wies in seinem Vortrag auf die Unterfinanzierung der Schiene hin: „Man muss sich von Prestigeprojekten wie Stuttgart 21 oder Y-Trasse verabschieden und auf Effizienz achten“. In der Vergangenheit wurde zu sehr auf Höchstgeschwindigkeiten und regionale Befindlichkeiten geachtet, während zu wenig Wert auf die Leistungsfähigkeit des Netzes und flächendeckende Anschlüsse gelegt wurde.
Im Bahnknoten Frankfurt müssen laut VCD die Zufahrten vom Stadion und vom Südbahnhof zum Hauptbahnhof aufgeweitet werden. Zentrale Projekte sind der Ausbau der Mainbrücke Niederrad und zusätzliche Gleise zwischen Südbahnhof und Main-Neckar-Brücke. Der VCD wiest darauf hin, dass hierzu bereits umfangreiche Vorschläge und Planungen vorliegen. Im Konzept „Kopfbahnhof mit Köpfchen“, an dessen Entwicklung der VCD beteiligt war, sind zahlreiche Vorschläge enthalten, wie der Frankfurter Hauptbahnhof leistungsfähiger werden kann. Einige davon sind in offizielle Planungen aufgenommen worden.
Zwischen Frankfurt und Fulda schlägt der VCD als ersten Schritt den durchgehend dreigleisigen Ausbau zwischen Hanau und Wächtersbach vor. Dieser Ausbau ist bereits seit den 1990er Jahren geplant und könnte schnell umgesetzt werden. Damit würde die gegenseitige Behinderung zwischen schnellen Fernzügen und dem in Wächtersbach endenden langsamen Vorortverkehr reduziert. Mittelfristig ist ein weiterer Ausbau der bestehenden Strecke bis Fulda nötig.
Bei der geplanten Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim sind die Trassierungen südlich von Darmstadt und nördlich von Mannheim weiterhin umstritten. „Das darf das Gesamtprojekt aber nicht dauerhaft blockieren“, warnt Martin Mützel, VCD-Landesgeschäftsführer. Der VCD spricht sich daher dafür aus, mit dem weitgehend unumstritten Abschnitt zwischen Frankfurt-Stadion und Darmstadt Hauptbahnhof anzufangen. Dadurch würde auch der Druck, eine Lösung weiter südlich zu finden, deutlich erhöht.
In den Vorstand des Umwelt- und Verbraucherverbandes wurde Sabine Schneider aus Wehrheim im Taunus nachgewählt. Der Posten war nach einem Rücktritt frei geworden. Der 1986 gegründete gemeinnützige Verband hat in Hessen etwa 5200 Mitglieder.
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