Startseite Suche Sitemap
 

Hessische Bahnstrecken schneller ausbauen VCD fordert neuen Verkehrspolitischer Ansatz als Baustein für Deutschland-Takt

Resolution der Mitgliederversammlung 2011 des VCD Hessen

Die Debatte um Stuttgart 21 hat es gezeigt: Beim Ausbau der Eisenbahn-Infrastruktur ist ein Umdenken erforderlich! Statt großer Prestigeprojekte müssen diejenigen Vorhaben Prioriät erhalten, die Engpässe beseitigen und tatsächlich einen Nutzen für die Fahrgäste bringen. Es ist ein neuer verkehrspolitischer Ansatz nötig: Der Ausbau von Bahnstrecken darf kein Selbstzweck sein, sondern muss sich am künftigen Fahrplan und an der Einbindung in das bundesweite Schienennetz orientieren. Anzustreben ist ein bundesweiter „Deutschland-Takt“ im Fern- und Nahverkehr. Vorbild dafür ist die Schweiz, wo alle Investitionen auf einen landesweiten Taktfahrplan ausgerichtet sind.

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist besorgt darüber, dass der Ausbau der Bahnstrecken in Hessen viel zu langsam voran kommt. Angesichts knapper Mittel und falscher Prioritäten drohen viele Projekte auf die lange Bank geschoben zu werden. Gerade in Hessen, das als Transitland ein hohes Verkehrsaufkommen zu verkraften hat, sind aber mehr und zielgerichtetere Investitionen nötig. Schon heute sind viele Bahnstrecken und Knoten überlastet. Der VCD-Landesverband Hessen fordert, nicht auf große Lösungen zu waren, sondern Schritt für Schritt bezahlbare Verbesserungen zu realisieren, damit die Züge nicht im Stau stecken bleiben.

 

Folgende Maßnahmen müssen umgehend finanziert und begonnen werden:

·Ausbau des Knotens Frankfurt: Bau zusätzlicher Ferngleise zwischen Frankfurt-Stadion und Hauptbahnhof einschließlich Erweiterung der Niederräder Mainbrücke; mindestens ein weiteres Gleis zwischen Frankfurt-Süd und der Main-Neckar-Brücke.

·Verlängerung des dreigleisigen Ausbaus der Kinzigtalbahn bis Wächtersbach.

·Erster Abschnitt der Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim zwischen Frankfurt-Stadion und Darmstadt Hauptbahnhof.

 

Der VCD Hessen erwartet von der Landes- und Bundesregierung, diese Projekte planerisch wie finanziell schneller als bisher voranzutreiben. Nur so kann es gelingen, das umweltpolitische Ziel der Verlagerung von Güter- und Pesonenverkehr von der Straße auf die Schiene zu erreichen.

 

Darmstadt, 2. April 2011

 

Hintergrund

Die Einfahrt in den Frankfurter Hauptbahnhof ist sowohl vom Südbahnhof als auch vom Stadion aus langsam und verspätungsanfällig. Regelmäßig müssen Züge aus Richtung Hanau über Niederrad umgeleitet werden, weil die Zufahrt zur direkten Main-Neckar-Brücke belegt ist. Einzelne ICE halten nur am Südbahnhof, weil auf den Strecken in den Hauptbahnhof kein Platz mehr ist. Da lange an der Idee eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs („Frankfurt 21“) festgehalten wurde, wurde über Jahre hinweg zu wenig in den Ausbau des Knotens Frankfurt investiert. Im Konzept „Kopfbahnhof mit Köpfchen“, an dessen Entwicklung der VCD beteiligt war, sind zahlreiche Vorschläge enthalten, wie der Frankfurter Hauptbahnhof leistungsfähiger werden kann. Einige davon sind in offizielle Planungen aufgenommen worden.

Die Bahnstrecke Fulda–Hanau ist eine von nur drei Bahnstrecken in Deutschland, die von der Bahn als „überlastet“ ausgewiesen sind. Dies verhindert zusätzliche ICE von Frankfurt nach Hamburg oder Berlin, obwohl Nachfrage für weitere Züge vorhanden ist.

Auch zwischen Frankfurt und Mannheim sind sowohl die Riedbahn über Biblis als auch die Main-Neckar-Bahn über Darmstadt voll ausgelastet. Ein weiterer Verkehrszuwachs ist kaum noch möglich.

Seite weiterempfehlenSeite drucken