Blockadepolitik gegen Umweltzonen gescheitert VCD fordert Stärkung von Alternativen
Wiesbaden/Kassel, 11. Oktober 2011. Der ökologische Verkehrsclub VCD Hessen begrüßt die Anweisung des Verwaltungsgerichtes Wiesbaden, in der Landeshauptstadt eine Umweltzone einzurichten.
„Damit ist gerichtlich festgestellt, dass Fahrverbote für besonders schadstoffreiche Fahrzeuge sinnvoll und notwendig sind, um das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit durchzusetzen.“ freut sich VCD-Landesvorstandsmitglied Andreas Henning aus Wiesbaden. „Es ist schlecht, dass erst prozessiert werden musste, aber gut, dass es jetzt eindeutig geklärt ist.“ Der VCD appelliert an die Landesregierung, auf eine Berufung gegen das Urteil zu verzichten und umgehend im Sinne der Gesundheitsvorsorge zu handeln.
Zusätzlich zu den Fahrverboten müssen jetzt auch die Alternativen zum Autoverkehr gefördert werden. Henning: „Sauberere Autos sind gut, Füße, Fahrrad, Bus und Bahn sind besser.“ Er erhofft sich nun neuen Schwung in der Diskussion um eine Stadtbahn. Ebenso ist es unsinnig, dass die Bahnstrecke Limburg–Bad Schwalbach–Wiesbaden nur im ländlich geprägten Abschnitt in Rheinland-Pfalz betrieben werden soll, während der hessische Abschnitt im Ballungsraum vorerst ungenutzt bleibt. Kontraproduktiv sei daher die Kürzung bei den Verkehrsverbünden bei gleichzeitiger Erhöhung der Gelder für den unnötigen Flugplatz Kassel-Calden.
Weitere Reduzierungen von Lärm, Energieverbrauch und Schadstoffen wären laut VCD durch Temporeduzierungen und Verkehrsberuhigungen möglich. Henning: „Tempo 30 sollte die Regelgeschwindigkeit im Stadtverkehr sein.“
Nach Ansicht des Verkehrsclubs könnte das Urteil durchaus Signalwirkung für andere Städte mit regelmäßigen Grenzwertüberschreitungen wie zum Beispiel Kassel haben.
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