Startseite Suche Sitemap
 

VCD: Kasseler Regio-Tram ist ein Vorbild für andere Städte

Als wichtiges Projekt für Nordhessen und Vorbild für andere Städte hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Regio-Tram im Raum Kassel gewürdigt. Anlässlich der Bundesdelegiertenversammlung des Umwelt- und Verbraucherverbandes in Hofgeismar (Landkreis Kassel) überzeugten sich der Bundesvorstand und rund 100 Delegierte aus ganz Deutschland von den Vorzügen des Systems, das umsteigefreie Fahrten aus dem Umland direkt in die Kasseler Fußgängerzone ermöglicht. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) und die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) hatten nach Abschluss der Tagung am Sonntag einen Sonderzug der Regio-Tram von Hofgeismar nach Kassel zur Verfügung gestellt. Nach Ansicht des VCD hat sich das Konzept der Regio-Tram bewährt und könnte auf andere Städte ähnlicher Größenordnung übertragen werden. Überlegungen dazu gibt es zum Beispiel in Braunschweig und Würzburg.

NVV-Planer Martin Böttcher informierte die VCD-Delegierten über Entstehung und Zukunft des richtungsweisenden Nahverkehrsangebots. Er verwies auf die geplante Eröffnung der drei neuen Stationen Kirchditmold, Jungfernkopf und Osterberg. Davon erhofft sich der NVV einen weiteren Fahrgastzuwachs. Böttcher hob die Bedeutung des geplanten Ausbaus des Bahnknotens Obervellmar hervor. Erst dadurch sei zwischen Obervellmar und Kassel Hauptbahnhof der gewünschte Viertelstundentakt bei der Regio-Tram möglich. Der VCD-Landesverband Hessen hält einen weiteren Ausbau der Regio-Tram sowie zusätzliche Fahrten für nötig. Land und Bund müssten sich dafür weiter finanziell engagieren, sagte VCD-Landesgeschäftsführer Jan Stielike. Vor allem müssten die so genannten Regionalisierungsmittel, mit denen der Nah- und Regionalverkehr auf der Schiene gesichert wird, nach den Kürzungen der vergangenen Jahre wieder aufgestockt werden.

Prof. Helmut Holzapfel (Universität Kassel), Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des VCD, sieht angesichts des Klimawandels keine Alternative zur Förderung umweltverträglicher Verkehrsmittel. „Es reicht nicht, die Autotechnik zu verbessern und sonst alles zu lassen wie bisher“, sagte er bei einer Diskussionsveranstaltung am Rande der Versammlung. Staatliche Hilfe für die Autoindustrie bezeichnete er als falsch. 




Der neu gewählte Bundesvorstand des Verkehrsclubs Deutschland bei der RegioTram-Sonderfahrt (v. l. n. r. Doris Neuschäfer, Alexander Huber, Michael Gehrmann (Vorsitzender), Matthias Kurzeck, Werner Korn)

Seite weiterempfehlenSeite drucken