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Finanzierung Mehrkosten Flughafen Calden VCD fordert klaren Schnitt

(KASSEL, 12. APRIL 2010)

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Hessen appelliert an die Politik, den drastisch verteuerten Ausbau des Flugplatzes in Kassel-Calden zu stoppen. Es sei nicht nur kein Bedarf vorhanden, zudem besteht keinerlei Garantie, dass die jetzt diskutierten Gelder ausreichten. „Alles andere als ein klarer Schnitt wird zum Blankoscheck. Oder was wird man tun, wenn das jetzt diskutierte Geld weg und der Flughafen halbfertig ist?“ fragt VCD-Landesgeschäftsführer Martin Mützel. Der VCD erwartet zudem, dass weitere Finanzmittel unter anderem für die Straßen- und ÖPNV-Anbindung notwendig werden.

Der VCD hält den Flughafen Calden völlig überflüssig: Die Region Kassel sei mit dem Bahnhof Wilhelmshöhe optimal an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz angebunden, viele Ziele in Europa seien innerhalb kurzer Zeit erreichbar. Der geplante Flugplatz hingegen ist gar nicht an die Bahn und nur schlecht an das Bus- und Straßennetz angebunden. „Sobald der Flugplatz halbfertig ist, wird bestimmt wieder eine Kasseler Nordspange von der A 7 über Calden an die A 44 gefordert. Spätestens damit ist dann die Milliarde locker überschritten“ befürchtet Mützel.

Europaweit verfügt Deutschland schon über das dichteste Netz an Regionalflughäfen, die fast alle defizitär operieren und eine enorme Belastung der öffentlichen Haushalte darstellen. Selbst für den Geschäftsreiseverkehr mit privaten Business-Jets gebe es in Calden offenbar keinen Bedarf. Die heute vorhandene 1500-m-Landebahn sei für solche Maschinen bis hin zum Airbus 318 (133 Passagiere) ausreichend, werde aber kaum genutzt.

Am Montag, 12. April 2010 diskutiert der Finanzausschuss des Kasseler Kreistages die Erhöhung des Kreisanteils an den Baukosten. Der hochverschuldete Landkreis soll nach der Verwaltungsvorlage seinen Anteil um 2,5 Mio Euro auf insgesamt 15,5 Mio Euro erhöhen.


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