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Mitgliederversammlung: VCD fordert neue Prioritäten bei Verkehrsinvestitionen

(FRANKFURT, 14. JUNI 2010)

Für einen effizienteren Einsatz öffentlicher Gelder bei Verkehrsinvestitionen in Hessen hat sich der Verkehrsclub Deutschland (VCD) ausgesprochen. Angesichts knapper Mittel müsse die Landesregierung die Prioritäten beim Ausbau umweltverträglicher Verkehrsmittel setzen, forderte der VCD Hessen bei der Landesmitgliederversammlung am Wochenende in Frankfurt.

Dringend nötig sind nach Ansicht des Umwelt- und Verbraucherverbandes zum Beispiel die Regionaltangente West zur Erweiterung des Schienennetzes im Rhein-Main-Gebiet und die Erweiterung der Regiotram im Raum Kassel nach Lohfelden und Ihringshausen. Auch die vorhandene Bahnstrecke Frankenberg–Korbach müsse renoviert und wieder in Betrieb genommen werden. Auf den mehr als 200 Millionen Euro teuren Ausbau des Flugplatzes Kassel-Calden, für den es keinen Bedarf gebe, könne dagegen verzichtet werden. Auch müsse der auf 200 Millionen Euro pro Jahr verdoppelte Straßenbauetat des Landes auf ein vernünftiges Maß zurückgefahren werden. Es sei Geldverschwendung, parallel zu Bahntrassen das Angebot für Autofahrer weiter zu verbessern.

„Investitionen in Busse und Bahnen bringen dem Land mehr als ein weiteres Zubetonieren der Landschaft“, sagte der VCD-Landesvorsitzende Udo Messer. „Mit einem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs werden dauerhaft Arbeitsplätze geschaffen, die nicht ins Ausland verlagert werden können.“ Durch Straßenbau dagegen würden nur vergleichsweise wenige Jobs entstehen. Darüber hinaus sei eine Förderung umweltverträglicher Verkehrsmittel ein Beitrag dazu, Hessen zukunftsfähig zu machen. „Wegen der Klimaschutzziele können wir uns einen weiteren Anstieg von Straßen- und Flugverkehr nicht leisten“, sagte Messer.

Angesichts der enormen Belastungen durch den Flughafen Frankfurt begrüßte der VCD die Ankündigung der Bundesregierung, eine Luftverkehrsabgabe auf Flüge zu erheben, die von einem deutschen Flughafen starten. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung für mehr Klima- und Kostengerechtigkeit beim Flugverkehr. Als weiterführende Maßnahme fordert der VCD jedoch die Einführung einer Kerosinsteuer.

Auf der zweiten Mitgliederversammlung des VCD Hessen in diesem Jahr wurde ein neuer Landesvorstand gewählt. Neu hinzugekommen sind Gisela Becker (Frankfurt), Otmar Ginkel (Bensheim), Stefan Mack (Frankfurt) und Michael May (Eschwege). Weiterhin im Vorstand sind Günter Murr (Frankfurt), Udo Messer (Friedberg), Mathias Biemann (Frankfurt) und Andreas Henning (Wiesbaden). Werner Geiß schied auf eigenem Wunsch aus dem Vorstand aus.

Der Umwelt- und Verbraucherverband hat in Hessen über 5000 Mitglieder.


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