VCD-Bundesdelegiertenversammlung in Hofgeismar VCD Hessen sieht Parallelen zwischen Calden und Stuttgart – Lob für Regiotram
(HOFGEISMAR/KASSEL, 7. DEZEMBER 2010)
Die Bundesdelegiertenversammlung des ökologischen Verkehrsclubs VCD fordert die Bundesregierung und die Deutsche Bahn AG auf, aus den beim Bahnprojekt „Stuttgart 21“ gemachten Fehlern zu lernen und entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Die Delegierten trafen sich am Wochenende im nordhessischen Hofgeismar.
„Die Bürger wollen ernst genommen werden. Dazu gehört auch, dass sie durch Anregungen und Bedenken Einfluss auf das „Ob“ und das „Wie“ eines Projektes nehmen können. Derzeit werden sie üblicherweise formaljuristisch abgeschmettert“, so VCD-Landesgeschäftsführer Martin Mützel. Ein ähnlicher Fall wie „Stuttgart 21“ ist der umstrittene Flughafen Kassel-Calden, der wenige Kilometer vom Tagungsort entfernt liegt. Auch hier wurde Planungsrecht geschaffen, bevor Öffentlichkeit und Abgeordnete die tatsächlichen Kosten des Projektes erfuhren. Grundlage waren „schön gerechnete“ Projektkosten, bei denen obendrein die Risiken einschließlich deren Kosten keinen Eingang in die Wunsch-Kalkulation gefunden haben. Mützel: „In einem transparenten und ergebnisoffenen Verfahren wären solche Prestigeprojekte nicht zustande gekommen. Wer behauptet, hier wurde schlecht erklärt, lügt sich in die Tasche. Hier wurde schlecht geplant.“
Die fast ausschließlich mit Bahn und Bus angereisten Delegierten lobten das System der Regiotram Kassel. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) hatte nach Abschluss der Tagung am Sonntag einen Sonderzug der Regiotram von Hofgeismar nach Kassel zur Verfügung gestellt. Nach Ansicht des VCD Hessen hat sich das Konzept der Regiotrram bewährt und könnte auf andere Städte ähnlicher Größenordnung übertragen werden. Überlegungen dazu gibt es zum Beispiel in Darmstadt und Wiesbaden.
Der VCD-Bundesvorsitzende Michael Ziesak, der den Verband seit 2002 führt, wurde auf der Versammlung für weitere zwei Jahre gewählt. Die Delegierten bestätigten Prof. Monika Ganseforth aus Hannover, Doris Neuschäfer aus Kiel, Kurt Bayer aus Metten, Matthias Kurzeck aus Buchholz (Nordheide) und Alexander Huber aus Lüneburg in ihrem Amt. Neu in den Bundesvorstand wurde Dorothee Schardt aus Erfurt gewählt. Der VCD versteht sich als Umwelt- und Verbraucherverband für nachhaltige Mobilität. In seinem Engagement wird er bundesweit von 60000 Mitgliedern und Förderern unterstützt, in Hessen hat er etwa 5300 Mitglieder.
Die Resolution der Bundesdelegierten zu Stuttgart 21 finden Sie unter www.vcd.org/Stuttgart21.html.
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