Verkehrsclub Deutschland: Feinstaub belastet immer stärker die Kommunen! VCD warnt vor zunehmend dicker Luft in Hessen und fordert endlich wirksame Maßnahmen aus Luftreinhalteplänen
Der hessische Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland teilt mit, dass bereits in vielen hessischen Städten die Grenzwerte für die Feinstaubbelastung mehrfach überschritten wurden. „Wir müssen leider feststellen, dass bereits in den ersten 2 Wochen des neuen Jahres die Gesundheit schützenden Tagesmittelgrenzwerte für die Feinstaubbelastung beispielsweise in Frankfurt an der Friedberger Landstraße 10 mal überschritten wurden.
Dies gilt auch für Wiesbaden, Darmstadt und Kassel, wo die Messstationen bereits 6 Ganztagsüberschreitungen angezeigt haben,“ so der Sprecher des VCD Hessen, Guido Spohr. „Damit wurden die Grenzwerte im Gegensatz zum letzten Jahr bereits deutlich häufiger überschritten“, weiß Spohr und stellt klar: “Sowohl die Kommunen als auch das Land Hessen wollen wohl nicht wahrhaben, dass erstens die Feinstaubproblematik zunimmt und zweitens der Straßenverkehr und hier der Reifenabrieb sowie die Dieselfahrzeuge die Ursache für die gesundheitsschädigenden Partikel sind." Der VCD teilt mit, dass 35 Tages-Überschreitungen im Jahr rechtliche Maßgabe sind. Bemerkenswert ist für den VCD auch, dass auch in den Mittelstädten, wie Raunheim, Gießen oder Heppenheim die Feinstaubbelastung zunimmt. „Feinstaub scheint demnach zunehmend ein Problem aller Kommunen zu werden, folgert der hessische Sprecher des Verkehrsclubs.
Die Aktionspläne in Frankfurt/Main und Darmstadt seien gut gemeint und insbesondere der Darmstädter Aktionsplan ist im Verkehrsbereich ambitioniert, doch wirkungsvolle Maßnahmen sind bisher nicht erkennbar oder werden von Interessenvertretungen blockiert, so der VCD Hessen. "Das kann man sehr schön an der IHK in Darmstadt erkennen. Dort ist Polemik pur zu erkennen," weiß Spohr.
Der VCD Hessen kritisiert anlässlich der Auslegungsfrist für den Luftreinhalte- und Aktionsplan für den Ballungsraum Kassel scharf die Aussagen der lokalen Wirtschaft: „Es ist schon erstaunlich: jetzt teilt die Wirtschaftslobby mit, dass die Hauptursache der überregionale Verkehr auf den Autobahnen die Ursache sei für den Feinstaub in Kassel sei. Fakt ist, der Staub hängt in der Innenstadt direkt an einer der meist frequentierten Kreuzungen in dichter Bebauung,“ klärt der hessische Sprecher auf. „Und genau dort steht die Messstation.“
Der VCD Hessen bemängelt in diesem Zusammenhang die einseitige Sichtweise der Wirtschaftsakteure in Hessen: „Allen muss einleuchten, dass Feinstaub auch vielen Bediensteten im Außendienst Tag für Tag zu schaffen macht, stellt Spohr klar. "Hierzu gehören bspw. die Rad- Kuriere, die Briefträger und andere Berufsgruppen, die nicht unwesentlich am Wirtschaftskreislauf in der Innenstadt beteiligt sind. Und was ist mit dem gemeinen Kunden in der City?" Der VCD Hessen bezweifelt auch die Kritik der IHK an den Fahrverboten.
Spohr hierzu: "Der Anlieferverkehr für die Innenstadt ist ohnehin nicht von den Fahrverboten betroffen, wer Ware braucht, bekommt sie auch." Der Verkehrsclub Deutschland fordert die Wirtschaft auf, endlich tragfähige City-Logistik- Konzepte zu entwickeln. Die Kommunen müssen sich nach Ansicht des VCD dringend einer zukunftsgerichteten und integrierten Stadt- und Verkehrsplanung zuwenden, die auf Schadstoffvermeidung zur Sicherung uns Steigerung der Wohn- und Lebensqualität gerichtet ist. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert außerdem die Bundesregierung auf, Dieselfahrzeuge mit Partikelfilter wie von der Vorgängerregierung versprochen steuerlich zu fördern und im Gegenzug "schmutzige" Diesel-Neuwagen stärker zu besteuern. Von der Landesregierung erwartet der VCD dafür ein deutlich stärkeres Engagement als bisher.

