Bus und Bahn bundesweit bedroht - VCD startet Protestaktion gegen Kürzungen im Nahverkehr
08/2006
Kassel, 28.03.2006
Massive Kürzungen bei Bus und Bahn auch in Hessen befürchtet der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der VCD Hessen ruft deshalb zum Protest gegen die Pläne der schwarz-roten Bundesregierung auf. Nach den Plänen aus Berlin sollen die so genannten Regionalisierungsmittel, mit denen vor allem der Nahverkehr auf der Schiene finanziert wird, in der laufenden Legislaturperiode um rund acht Prozent sinken. Damit stünden in den kommenden vier Jahren bundesweit etwa 2,3 Milliarden Euro weniger für den öffentlichen Personenverkehr zur Verfügung. Die Folgen dieses Sparkurses wären nach Ansicht des VCD fatal: höhere Fahrpreise, ein schlechteres Angebot und steigende Umweltbelastungen durch mehr Autoverkehr.
„Auch in Hessen würde sich das Bus- und Bahnangebot teilweise drastisch verschlechtern, wenn die Bundesmittel zusammengestrichen werden“, beurteilt Guido Spohr vom VCD Hessen die Lage. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) plane zum Beispiel, den Takt am Wochenende auszudünnen und die Fahrpreise stärker als geplant anzuheben. Beim Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) wäre insbesondere der ländliche Raum und der Spätverkehr betroffen. Vorstand Udo Messer fügt hinzu:„In vielen hessischen Städten und Regionen leiden die Bewohner bereits jetzt unter hoher Feinstaubbelastung und Verkehrslärm. Gleichzeitig steigen die Benzinpreise. Deshalb suchen immer mehr Menschen nach Alternativen zum eigenen Fahrzeug. In dieser Situation die Mittel für den öffentlichen Verkehr zu kürzen, ist kurzsichtig und unverantwortlich. Außerdem wäre ein klares Signal der Landesregierung gegen die Mittelkürzung und pro Bus und Bahn in der Öffentlichkeit hilfreich.“ Angesprochen sind insbesondere Wirtschaftsminister Alois Rhiel, Finanzminister Karlheinz Weimar und Ministerpräsident Roland Koch.
Mit seiner bundesweiten Protestaktion unter dem Motto »Der Nahverkehr gehört nicht aufs Abstellgleis!« will der VCD die drohenden Streichungen verhindern. Deshalb bringt der Umwelt- und Verbraucherverband rund 300.000 Protest-Postkarten in Umlauf.
Udo Messer: „Wir rufen alle Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs auf, sich gemeinsam mit dem VCD gegen die geplante Verschlechterung des Bus- und Bahnangebotes zu wehren. Denn die Kürzung der Mittel bedeutet Streichungen im Zugverkehr und gleichzeitig eine deutliche Erhöhung der Preise. Der Bund trifft damit voll die Pendler im Rhein-Main-Gebiet sowie in den ländlichen Räumen Nord- und Mittelhessens“, warnt Messer. Noch bis zum 10. Mai sammelt der ökologische Verkehrsclub Unterschriften. Die Protestkarten wird der VCD vor den entscheidenden Sitzungen des Bundestages Bundesfinanzminister Peer Steinbrück übergeben und außerdem die Abgeordneten darüber informieren.
Die VCD-Protestpostkarten gegen die geplanten Kürzungen im Nahverkehr gibt es beim VCD Landesverband Hessen, Steinweg 21, 34117 Kassel. Telefon 0561/108310, Öffnungszeiten: Montag von 8.30 Uhr - 17.30 Uhr sowie Donnerstag von 13.00 Uhr - 17.00 Uhr. Eine Beteiligung an der Protestaktion ist auch online möglich unter www.vcd.org.
Ein gutes Bus- und Bahnangebot, mehr Platz für Fahrräder, spritsparende Autos, spielende Kinder auf der Straße: So sieht nachhaltige Mobilität für den Verkehrsclub Deutschland aus. Um diese Vision zu verwirklichen, wurde der VCD e.V. 1986 gegründet. Seitdem haben umweltbewusste mobile Menschen eine Alternative zu den herkömmlichen Automobilclubs und die Verkehrspolitik ein ökologisches Korrektiv. Derzeit unterstützen 63.000 Mitglieder und Förderer den VCD.
Verkehrsclub Deutschland – 20 Jahre ökologisch mobil!
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