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Vor der Aufsichtsratssitzung des RMV am 12. Juli:Regionalverkehr fördern heißt Hessen stärken –Verkehrsclub warnt vor Streichungen und Fahrpreissteigerungen

20/2006

Kassel, 11. Juli 2006

Bei der morgigen Aufsichtsratssitzung des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV)
drohen erhebliche Einschnitte in den Nahverkehr der Rhein-Main-Region
beschlossen zu werden. Hintergrund ist die Kürzung der so genannten
Regionalisierungsmittel durch den Bund. Der Umwelt- und Verbraucherverband
Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert das Land Hessen auf, sich für einen
starken und zukunftsfähigen Nahverkehr einzusetzen und die drohenden
Ausdünnungen durch einen Teil der zu erwartenden Einnahmen aus der
Mehrwertsteuererhöhung auszugleichen.

„Es ist höchste Zeit, dass sich die Landesregierung zu einem attraktiven
Regionalverkehr bekennt und den Verbund und die Verkehrsunternehmen
unterstützt“, so Guido Spohr, Sprecher des VCD-Landesverbands Hessen.

Der RMV steigere stetig seine Fahrgastzahlen. Dieser Erfolg werde durch die
drohenden Kürzungen gefährdet. Nach Aussagen des Verbundes sollen keine
Strecken stillgelegt, jedoch flächendeckend das Angebot in einigen Abschnitten
und zu bestimmten Zeiten ausgedünnt werden. Mit großer Sorge blickt der VCD
dabei auf die drohenden Kürzungen bei der Taunusbahn, der Vogelsbergbahn und
auf der Strecke Koblenz-Gießen. Diese Strecken sind nach RMV-Angaben besonders
stark von Einschnitten betroffen. Aber auch auf einigen S-Bahn-Linien und im
Rheingau-Taunus soll das Angebot eingeschränkt oder nicht erweitert werden.
Insgesamt sieht der VCD Mittelhessen am stärksten von den Streichungen
betroffen.

Der VCD fordert das Land Hessen auf, den Beispielen Bayerns und Berlins zu
folgen und die Schließung der Lücke, die die Kürzung der
Regionalisierungsmittel gerissen habe, zu schließen. Außerdem bittet der VCD
alle Mitglieder des RMV-Aufsichtsrates, mit ihrer Entscheidung ein
entschiedenes Votum im Sinne der Fahrgäste und der Umwelt abzugeben.

Spohr: „In Zeiten hoher Benzinpreise nutzen zunehmend die Menschen den ÖPNV und
entlasten damit auch die Umwelt und ihren Geldbeutel. Die Fahrgastzahlen
steigen seit Jahren, die Zufriedenheit der Fahrgäste nimmt zu“, so Spohr. „Eine
massive Ausdünnung, verbunden mit den vom RMV angekündigten Fahrpreiserhöhungen
von mehr als 4 Prozent jährlich, wäre ein Schlag für alle, die als Pendler,
Touristen oder ältere Menschen, insbesondere im ländlichen, den Öffentlichen
Verkehr nutzen wollen und müssen.

Die Pendler werden sich wieder überlegen müssen, das Auto zu nutzen, für die
älteren Menschen wird es immer beschwerlicher, da deren Züge und Busse
gestrichen werden.“

Abschließend fordert der VCD die Politik auf, verstärkt über flexiblere
Bedienungskonzepte und ein verbessertes Marketing und Image nachzudenken, um
den ländlichen Raum nicht ganz vom ÖV abzukoppeln.

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Pressemitteilung 20/2006 als PDF-Datei

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