Verkehrsclub Deutschland: SPD-Fraktionschef segelt auf CDU-Kurs
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat SPD-Landtagsfraktionschef Jürgen Walter vorgeworfen, unreflektiert falsche Arbeitsplatzversprechen der Fraport AG nachzubeten. Damit reagierte der VCD auf die Ankündigung Walters, bei seiner Bewerbung um die Spitzenkandidatur der hessischen SPD verstärkt den Flughafenausbau herauszustellen, der bis zu 100.000 neue Jobs schaffe. "Diese Zahl ist durch nichts belegt", kommentierte VCD-Landesgeschäftsführer Guido Spohr. "Walter sollte sich lieber um die Sorgen der Menschen um ihre Lebensqualität kümmern, die durch den geplanten Flughafenausbau unter noch mehr Lärm leiden werden als bisher und weitere Wertverluste ihrer Immobilien hinnehmen müssen." Offenbar wolle der Fraktionschef die SPD auf die umweltfeindliche Linie der CDU führen.
Der VCD wies darauf hin, dass die Prognose von 100.000 neuen Jobs völlig aus der Luft gegriffen sei. "Die Öffentlichkeit wird bewusst getäuscht, denn ob durch das Projekt bundesweit mehr Jobs entstehen oder entfallen, ist noch gar nicht geklärt."
Gerade unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten spreche vieles gegen das Projekt: So fehle noch immer ein Gutachten zu den negativen Beschäftigungseffekten, die aus der Verlagerung von Kaufkraft und Wertschöpfung zu Lasten anderer Branchen, anderer Regionen resultieren. "Wir hören ständig, wie viele Jobs entstehen sollen," beklagt sich Spohr. "Wie viele wegfallen, bleibt unerforscht." Bestenfalls sei es ein Nullsummenspiel, wie ein Gutachten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) belege.
Der VCD vermisst bei Walter außerdem jegliches Konzept im Konflikt zwischen der Flughafenerweiterung und dem Ticona-Werk.
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Pressemitteilung 25/2006 als PDF-Datei

