VCD: Kahlschlag im Kellerwald verhindert
Erleichtert reagiert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf die Nachricht vom Erhalt der Bahnstrecke von Wabern nach Bad Wildungen. „Damit ist der Kahlschlag im Kellerwald verhindert“, sagte Jan Stielike, Sprecher des VCD Hessen. „Für den renommierten Kurort wäre eine Abkoppelung vom Schienennetz eine Katastrophe gewesen.“ Jetzt müssten weitere Schritte folgen: Die Reaktivierung der Bahnstrecke von Korbach nach Frankenberg und ein umfassendes Verkehrskonzept für die Nationalparkregion Kellerwald-Edersee, das in erster Linie auf Bus und Bahn setzt. Auch müssten am Bahnhof Wabern die Anschlüsse von der Bad Wildunger Nebenbahn zu den Züge in Richtung Kassel und Frankfurt verbessert werden. Mittelfristig seien eine Ausweitung der Betriebszeiten und ein dichterer Takt nötig, um die Schienenverbindung attraktiver zu machen und damit dauerhaft zu sichern. Noch im Sommer war die Linie von der Stillegung bedroht, wogegen der VCD heftig protestierte. Jetzt wurde bekannt, dass der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) die Strecke für den Betrieb bis 2015 neu ausschreiben will.
In der Nationalpark-Region Kellerwald-Edersee gibt es nach Einschätzung des VCD noch viel Nachholbedarf. Nötig sei zum Beispiel die Reaktivierung der Bahnstrecke von Frankenberg nach Korbach, um auch Besuchern aus dem bevölkerungsreichen Rhein-Main-Gebiet eine attraktive Verbindung anzubieten. Sonst sei das demnächst eröffnete Nationalpark-Zentrum in Herzhausen kaum mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Der VCD begrüßte deshalb auch die Absicht des Kreisbeigeordneten Otto Wilke und des Bad Wildunger Bürgermeisters Volker Zimmermann, zusätzliche Verbindungen am Edersee einzurichten.
„Das Waldecker Land ist mit seiner faszinierenden Landschaft sehr gut geeignet für einen sanften Tourismus“, sagte Stielike. Dazu müsse aber auch eine umweltfreundliche Anreise sowie Mobilität im Urlaubsgebiet ohne Auto möglich sein. Der VCD wies darauf hin, dass derzeit jeder vierte Deutschlandurlauber Ferien ohne Auto mache. In Großstädten wie Berlin habe jeder zweite Haushalt kein eigenes Fahrzeug zur Verfügung. „Diesen Märkten darf man sich nicht verschließen“, so Stielike. „Gute Bahn- und Busverbindungen sind ein Beitrag zu einem nachhaltigen Tourismus, aber auch zur Wirtschaftsförderung.“

