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Verkehrsclub Deutschland: Flughafenausbau gefährdet Klimaziele!

Zur geplanten Verabschiedung des Landesentwicklungsplans am Donnerstag im Hessischen Landtag erklärt der VCD:

Der neue Landesentwicklungsplan gefährdet die Ziele zum Klimaschutz. Darauf hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) vor der für Donnerstag geplanten Abstimmung im Hessischen Landtag hingewiesen. "Die Ziele der Bundesregierung zur Reduzierung der Treibhausgase wurden in den Plan überhaupt nicht eingearbeitet", kritisierte der VCD-Landesvorsitzende Werner Geiß. "Wer den Flugverkehr weiterhin ungehindert wachsen lässt, macht sich mitschuldig am Klimawandel."

Die Änderung des Landesentwicklungsplans ist die Voraussetzung zum Ausbau des Frankfurter Flughafens und enthält darüber hinaus weitere klimaschädliche Ziele wie den weiteren Ausbau des Straßennetzes und die Einrichtung von Logistikzentren.

"Allein durch den Flughafenausbau würde der verbleibende Anteil des Landes an klimaschädlichen Emissionen weitgehend ausgeschöpft", erklärte Geiß. "Sollen auch in Hessen die Treibhausgase wie vorgesehen reduziert werden, müssten der Autoverkehr oder die Stromversorgung massiv beschnitten werden."

Die Bundesregierung will den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 reduzieren. "Die CDU im Landtag könnte den Landesentwicklungsplan verwerfen und sich dabei guten Gewissens auf Bundeskanzlerin Angela Merkel berufen", schlägt der Flugeverkehrsexperte des ökologisch orientierten Verkehrsclubs vor.

Aber auch ökonomisch führt der Landesentwicklungsplan nach Ansicht des VCD in die Sackgasse. Die Milliardeninvestitionen für einen beständig wachsenden Verkehr verschlängen die Mittel, die für ein qualitatives, klimaneutrales Wachstum erforderlich seien. Für eine nachhaltige Entwicklung müssten höhere Beträge als bisher in Kultur und Bildung investiert werden. Dadurch würden auch mehr Arbeitsplätze im Land geschaffen als durch den Flughafenausbau. Denn der zunehmende Luftverkehr begünstige unter anderem häufige Urlaubsreisen ins Ausland und damit einen Abfluss der Kaufkraft.

Zum Hintergrund:

Der Flugverkehr ist bald für zwei Drittel der Treibhausgase verantwortlich. (Quellen: Klimaschutzkonzept Hessen 2012, Fraport AG, eigene Berechnungen)

1990 waren Hessens Bürger für den Ausstoß von 43,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid verantwortlich. Rechnet man den internationalen Flugverkehr hinzu, der 80 Prozent aller Flugbewegungen ausmacht, waren es sogar rund 50 Millionen Tonnen. Insgesamt verursachte der Flugverkehr in Hessen 1990 rund 8,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid. 2002 lagen die CO2-Emissionen bereits bei 44,6 Millionen Tonnen, mit dem internationalen Flugverkehr bei rund 55 Millionen Tonnen. Damit machten die Emissionen des Flugverkehrs bereits 12,5 Millionen Tonnen aus. Das ist im Vergleich zu 1990 eine Steigerung um etwa 42 Prozent.

Diese Zahl korreliert mit dem Anstieg der Flugbewegungen: 1990 wurden 318.000 Flüge gezählt, 2002 waren es 458.000 (plus 44 Prozent). Für 2020 werden 700.000 Flugbewegungen prognostiziert, das ist eine weitere Steigerung um 53 Prozent. Da in der Flugzeugtechnik nicht mit einer wesentlichen Senkung der Emissionen zu rechnen ist, wird der von der Luftfahrt verursachte CO2-Ausstoß bis 2020 voraussichtlich auf 19 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Insgesamt darf Hessen zu diesem Zeitpunkt aber nur noch 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid (40 Prozent weniger als 1990) erzeugen. Fast zwei Drittel des Kontingents entfielen auf die Luftfahrt. Um das Einsparziel dennoch zu erreichen, müssten alle anderen Sektoren ? also Energieversorgung, Industrie, Straßenverkehr ? ihre Emissionen um fast 70 Prozent reduzieren.

Selbst wenn man nur die Hälfte der Emissionen des Flugverkehrs berücksichtigt (da das Ziel der Flüge außerhalb Hessens liegt), müssten die übrigen Sektoren den Ausstoß an Treibhausgasen um rund 60 Prozent senken. Das ist unrealistisch, wie der Anstieg der vergangenen Jahre zeigte. Darüber hinaus wird nach 2020 mit einem weiteren Anstieg des Flugverkehrs gerechnet. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Kohlendioxid-Emissionen von Flugzeugen in großer Höhe drei Mal schädlicher sind als auf dem Boden.

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