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VCD: Schlechte Luft in vielen hessischen Städten

In mehreren hessischen Städten ist die Belastung der Luft mit gesundheitsschädlichen Stickoxiden zu hoch. Darauf hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hingewiesen. 2007 sei der Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft in sieben Städten überschritten worden. Dieser Wert müsse von 2010 an verbindlich eingehalten werden. „Bis dahin ist nicht mehr viel Zeit“, sagte Jan M. Stielike, der Sprecher des VCD-Landesverbandes Hessen. „Das Umweltministerium und die betroffenen Städte müssen endlich Konzepte vorlegen, wie sie die Luftqualität verbessern wollen.“ Bisher habe man sich bei der Luftreinhaltung weitgehend auf die Feinstaubbelastung konzentriert, dabei aber die hohen Stickoxid-Werte weitgehend ignoriert. Wegen des zunehmenden Anteils von Dieselfahrzeugen werde das Problem in den nächsten Jahren größer, warnte der VCD. Dieselmotoren stoßen erheblich mehr Stickoxide aus als Benziner.

Der VCD fordert für die betroffenen Städte großräumige Umweltzonen, in denen nur noch schadstoffreduzierte Fahrzeuge unterwegs sein dürfen. In Berlin, Hannover und Köln gelten derartige Zonen bereits seit Jahresanfang. „Es ist unverständlich, warum Hessen hier nicht vorankommt“, sagte Stielike. Darüber hinaus müssten der umweltfreundliche öffentliche Nahverkehr sowie der Rad- und Fußgängerverkehr in den Städten wesentlich stärker als heute gefördert werden. Öffentliche Verwaltungen müssten mit gutem Beispiel vorangehen und für ihre Fuhrparks nur noch Modelle mit geringem Schadstoffausstoß anschaffen.

Unverständlich ist nach Ansicht des VCD, dass die neuen europäischen Schadstoffnormen Euro 5 und Euro 6, mit denen die Stickoxid-Emissionen reduziert werden, erst 2009 bzw. 2014 in Kraft treten sollen. „Es dürfen weiterhin neue Fahrzeuge zugelassen werden, die nicht dem Stand der Technik entsprechen“, kritisierte Stielike. Ausgerechnet die USA seien hier viel weiter: In Kalifornien und anderen Bundesstaaten gelten bereits seit 2006 strengere Stickoxid-Grenzwerte für Pkw, als die EU für Ende 2014 vorsieht.

 

Hintergrund 1: Grenzwertüberschreitungen

Die Europäische Union hat für Stickstoffdioxid einen Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft eingeführt, der von 2010 an verbindlich eingehalten werden muss. Bis dahin gilt ein jährlich sinkender Toleranzzuschlag (2008: 4 Mikrogramm, 2009: 2 Mikrogramm). An folgenden Mess-Stationen in Hessen wurde der Jahresmittelwert 2007 überschritten:

(Quelle: Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie)

 

Hintergrund 2: Stickstoffdioxid

Stickstoffdioxid ist ein farbloses Gas, das hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Verbrennung entsteht. Es stammt in erster Linie aus den Abgasen von Industrie, Gebäudeheizung und Verkehr. Der Kfz-Verkehr trägt mit Abstand am meisten zu den Emissionen bei. Stickstoffoxide schädigen die Atemwege. Bei längerer Einwirkung können höhere Konzentrationen zu chronischer Bronchitis oder auch zu einer Erhöhung der Empfindlichkeit gegenüber Atemwegsinfektionen führen. Daneben sind Stickstoffoxide eine Ursache für sauren Regen und Waldschäden.

 

Hintergrund 3: EU-Schadstoffnormen für Kraftfahrzeuge

Nach dem aktuellen Stand soll die Schadstoffnorm Euro 5 von 1. September 2009 an für alle neu zugelassenen Fahrzeuge gelten. Die maximalen Emissionen bei Stickoxiden (Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid) werden bei Benzinern von 80 auf 60 Milligramm pro Kilometer sinken, bei Dieselfahrzeugen von 250 auf 180 Milligramm. Fünf Jahre später tritt Euro 6 in Kraft. Dabei werden die Werte für Benziner nicht weiter gesenkt. Diesel-Fahrzeuge dürfen dann aber nur noch 80 Milligramm Stickoxide pro Kilometer ausstoßen.

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