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20 Jahre für umweltverträglichen Verkehr: VCD Hessen feiert Geburtstag

Vor 20 Jahren sprach kaum jemand vom Klimawandel. Anders der Verkehrsclub Deutschland (VCD): Im Juli 1988, vor genau 20 Jahren, wurde der VCD-Landesverband Hessen als ökologische Alternative zu den etablierten Automobilclubs gegründet. Es entstand eine Interessenvertretung für Fußgänger, Radfahrer, Fahrgäste von Bussen und Bahnen und umweltbewusste Autofahrer. Seitdem setzt sich der VCD Hessen für eine Verkehrspolitik ein, die nicht Auto und Flugzeug, sondern Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellt.

In der Zwischenzeit hat der VCD viel erreicht: Autos fahren heute mit Katalysatoren, die BahnCard 50 gehört zum festen Angebot der Bahn, Tempo 30 erhöht die Lebensqualität in vielen Wohnvierteln, das Fahrrad ist wieder zum alltäglichen Verkehrsmittel geworden. In Hessen hat der VCD mit Konzepten für einen attraktiveren öffentlichen Nahverkehr gezeigt, dass es Alternativen zu ausufernden Autoverkehr gibt. Der Verband hat auch dazu beigetragen, dass unsinnige Vorhaben wie die Untertunnelung des Frankfurter Hauptbahnhofs („Frankfurt 21“) gestoppt wurden. Mit dem Projekt „Für mehr Ruhe in der Stadt“ wurden Rezepte gegen den von vielen Menschen beklagten Verkehrslärm entwickelt. „Wir haben gezeigt, dass eine unabhängige Organisation viel für den Umwelt- und Verbraucherschutz bewegen kann“, sagte der VCD-Landesvorsitzende Werner Geiß. „Doch unsere Gegner sind stark: Fahrzeugindustrie, Luftverkehrsunternehmen und Baulobby setzen die Politik mit Arbeitsplatzargumenten unter Druck. Das Interesse der Parteien an einer wirklichen Verkehrswende ist gering.“

Viele Probleme sind nach Einschätzung des VCD in Hessen noch ungelöst. „Trotz der bekannten Probleme des Autoverkehrs werden immer noch zu viele Straßen gebaut“, kritisiert der VCD-Landesvorsitzende Werner Geiß. Auch am Flughafenausbau werde festgehalten, obwohl die negativen Auswirkungen bekannt seien. Der VCD äußerte sich bereits im November 1997, nachdem die Forderungen nach einer neuen Landebahn erstmals öffentlich wurden, kritisch zu dem Vorhaben. Seitdem hat sich der Verband vor allem mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des zunehmenden Luftverkehrs befasst. „Der Flughafen ist eher ein Jobkiller als eine Jobmaschine“, betont Geiß.

Ein Schwerpunktthema des VCD Hessen ist derzeit der sanfte Tourismus. „Der Urlaubs- und Freizeitverkehr hat enorme Zuwachsraten und stellt deshalb ein großes Problem für Umwelt und Klima dar“, sagt VCD-Landesgeschäftsführer Jan Stielike. Der VCD will Möglichkeiten aufzeigen, wie die hessischen Tourismusregionen auch ohne Auto erreicht werden können. Exemplarisch wurden dazu bereits die „TourTipps Kellerwald-Edersee“ entwickelt.

Der VCD Hessen hat derzeit rund 6000 Mitglieder. Die Geschäftsstelle befindet sich seit 2006 im Umwelthaus Kassel. Zudem kümmern sich zwölf Kreisverbände um lokale Verkehrsprobleme. Als Serviceleistung bietet der VCD Hessen unter anderem eine ehrenamtliche Fahrgastberatung. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.vcd-hessen.de.

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