Startseite Suche Sitemap
 

VCD: Landesregierung planiert Hessen

Mit deutlicher Kritik reagiert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf die Ankündigung der geschäftsführenden Landesregierung, die Ausgaben für den Straßenbau in Hessen massiv zu erhöhen.

"Ministerpräsident Koch und Verkehrsminister Rhiel sprechen mit gespaltener Zunge, wenn sie Klimaschutz predigen und nur die Sanierung und Erweiterung des Straßenverkehrs Hessens im Sinn haben", erklärt Udo Messer, Landesvorsitzender des Umwelt- und Verbraucherverbandes. Die hessische Landesregierung beabsichtigt, 2009 die Rekordsumme von mehr als 100 Millionen Euro in das hessische Straßennetz zu investieren. Der Straßenbau-Etat ist bereits in den vergangenen zehn Jahren um 300 Prozent gestiegen.

"Gleichzeitig lässt die aktuelle Landesregierung jegliche Ankündigung von Sanierungs- und Neubaumaßnahmen im Schienennetz vermissen", kritisiert Messer. "Dies ist absolut enttäuschend und extrem ärgerlich, denn es wird mit zweierlei Maß gemessen. Damit konterkarieren Koch und Rhiel auch gleichzeitig ihre Nachhaltigkeitsstrategie bereits in den ersten Wochen" Koch und Rhiel fehlen nach Ansicht des VCD Ideen zur nachhaltigen Entwicklung des Bahnverkehrs in Hessen. Der VCD Hessen fordert die Landesregierung auf, die Investitionen in den hessischen Nahverkehr zu steigern, um diesen attraktiver zu gestalten. Damit würden wesentlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als durch den Straßenbau. Nötig seien zum Beispiel der Bau der Regionaltangente West in der Rhein-Main-Region, die Reaktivierung von Bahnstrecken von Korbach nach Frankenberg oder von Wiesbaden nach Diez, der Ausbau der Regiotram im Raum Kassel oder die Modernisierung der Vogelsbergbahn von Fulda nach Gießen.

Als „Tropfen auf den heißen Stein“ bezeichnet der VCD die geplanten Investitionen in das hessische Radverkehrsnetz. Dieses kleine Zugeständnis an den wachsenden touristischen Bedarf in Hessen sei zwar löblich, aber nicht das nötige Signal, um das Fahrrad zum alltäglichen, klimaverträglichen Verkehrsmittel in den Städten zu machen.

Seite weiterempfehlenSeite drucken