VCD: „Neue Transitautobahnen sind altes Denken“ Planfeststellungsbeschluss für A 44 ist „Aktionismus im Wahlkampf“
Als „Aktionismus im Wahlkampf“ bezeichnet der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Unterzeichnung des Planfeststellungsbeschlusses für einen Abschnitt der A 44 (Kassel–Eisenach) bei Waldkappel (Werra-Meißner-Kreis). „Da will sich Verkehrsminister Alois Rhiel mit Beton profilieren, den der Bund bezahlen soll“, so Martin Mützel, Sprecher des VCD-Landesverbandes Hessen. Die Autobahn ist nach Ansicht des Umwelt- und Verbraucherverbandes vorrangig eine Transitachse, die der Region keine Vorteile bringt.
Ähnlich bewertet der VCD die umstrittene A 4 Hattenbach–Olpe, für die sich Rhiel ebenfalls einsetzt. Der VCD weist auf die erheblichen Umwelteingriffe hin, die mit der A44 verbunden sind. Bis heute sei ungeklärt, ob die Autobahn westlich von Lichtenau weitergebaut werden kann, ohne gegen europäisches Umweltrecht zu verstoßen. Da der Bundesverkehrswegeplan unterfinanziert ist, sei eine schnelle Umsetzung des Gesamtprojektes nicht zu erwarten.
Nach Ansicht des VCD-Landesvorsitzenden Werner Geiß ist der Bau der A 44 kontraproduktiv, weil die parallel zur neuen Autobahn verlaufende Mitte-Deutschland-Bahn in Thüringen und Westfalen erst vor kurzem mit großem Aufwand ertüchtigt worden sei. In Hessen ist ein weiterer Ausbau sinnvoll, aber nicht absehbar. Der leistungsfähige Schienenstrang könne die Grundlast des Ost-West-Verkehrs übernehmen, Nordhessen vom LKW-Verkehr entlasten und die Autobahn überflüssig machen. „Nur wer auf die Schiene setzt, kann die ehrgeizigen Klimaschutzziele im Verkehr erreichen“, sagte Geiß.
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