VCD zum Terminal 3: Milliarden für die Geltungssucht?
(FRANKFURT, 2. SPETEMBER 2009)
Als „reichlich späte Erkenntnis“ umschreibt der VCD Hessen den vorläufigen Verzicht des neuen Fraport-Chefs Stefan Schulte auf das dritte Terminal am Frankfurter Flughafen. Für VCD-Landesvorsitzenden Werner Geiß ist es bezeichnend, dass die Einsicht in die Vernunft erst nach einem Machtwechsel möglich sei: „Einflussreiche Führungskräfte verknüpfen ihr Ansehen oft mit Prestigeprojekten, die dann mehr politisches Gewicht erlangen als das Gemeinwohl.“.
Geiß fordert, Schulte solle jetzt auch die Größe zeigen, den Weiterbau der neuen Landebahn aufs Eis zu legen. Gerade die Wirtschaftskrise beweise, dass Großprojekte, die nur auf fragwürdigen Bedarfsprognosen beruhen, sich als gigantische Fehlinvestitionen entpuppen. „Gerade beim Flugverkehr erweist sich die Krise nicht als temporäre Wachstumsdelle, sondern als tief-greifender Strukturwandel“, behauptet Geiß und führt drei Argumente an:
- Airlines und Flugzeughersteller setzen eindeutig auf Direktflüge im Interkontinentalverkehr, Umsteigen ist out. Fast alle derzeit bestellten Langstreckenflugzeuge seien auf dieses Einsatzprofil ausgelegt. Die Drehscheibenfunktion von Frankfurt verliere also an Bedeutung, die Überkapazitäten der anderen deutschen Flughäfen könnten dagegen genutzt werden.
- Beidseits des Atlantiks herrsche die politische Einsicht, dass auch der bislang völlig steuerfreie internationale Flugverkehr für seine Klimabelastung aufkommen müsse. Die Tickets werden also teurer, die Nachfrage geringer.
- USA und EU entwickeln einen neue, klimaschonende Flugzeugtechnologie, die ab 2020 die derzeitigen Jets ablösen werden. Für die eher kleineren, jedoch sehr lauten Maschinen sei das Frankfurter Konzept nicht ausgelegt.
Diese Aspekte seien bei der Bedarfsprognose für den Flughafenausbau nicht berücksichtigt worden. Auch die im Planungsprozess ignorierte Erkenntnis des RWI-Instituts, dass eine perma-nent wachsende Flughafeninfrastruktur keinen Einfluss auf die Beschäftigung habe, werde in der Krise nun bestätigt.
„Zwar sind schon viel zu viele Bäume gefällt,“, mahnt Geiß, „aber trotzdem ist es noch nicht zu spät, den Bau der Landebahn zu stoppen. Gerade die verantwortliche Politik in Hessen sollte allmählich begreifen, dass das Wahlvolk die Einsicht in Fehlentscheidungen mehr schätzt als deren starrsinnige Durchsetzung.“
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