10 Fragen, Antworten und Infos zum Feinstaub
![]() | |
Foto: www.pixelquelle.de |
Was ist eigentlich Feinstaub?
Mit "Feinstaub" werden kleine Staubteilchen bezeichnet, die höchsten 10 µm groß sind. (1 µm = 1 Mikrometer = 1 Millionstel Meter = 1 Tausendstel Millimeter).
Zum Vergleich: 1 menschliches Haar hat einen Durchmesser von ca. 100µm. Feinstäube entstehen bspw. bei Verbrennungsprozessen in Industrieanlagen (z.B. Kraftwerken) oder in Verbrennungsmotoren von Fahrzeugen, besonders in Dieselmotoren ohne Partikelfilter. Auch Abrieb (Bremsbeläge, Reifen, Asphalt) erzeugt Feinstaub.
Welche Bedeutung spielt der Verkehr, die Diesel-PKW und Diesel-LKW oder der Reifenabrieb während der Fahrt zur Feinstaubbildung?
Diesel-PKW und LKW haben einen hohen Anteil an der Feinstaubbelastung in unserer Luft. Insbesondere die Rußpartikel sind verantwortlich für die schlechte Luft. Man geht davon aus, dass der verkehrliche Anteil an den "menschengemachten" Feinstäuben bei 35-40 Prozent liegt.
Wie wirkt sich Feinstaub auf die Gesundheit des Menschen aus?
Aufgrund der geringen Größe bleibt Feinstaub nicht in der Nase oder im Rachen hängen sondern gelangt ungehindert in die Lunge zusammen mit Luftschadstoffen, die sich an ihm anlagern. Feinstaub kann Atemwegserkrankungen wie Entzündungen, Asthma, Bronchitis oder Krebs auslösen. Besonders feine Stäube können über die Lungenbläschen sogar in die Blutbahn gelangen, was u.a. Kreislauf- und Herz-Krankheiten verursachen kann.
Nach jüngsten Studien der WHO verkürzt sich die Lebenserwartung in Deutschland durch die Feinstaubbelastung im Durchschnitt um 10,2 Monate. Die Europäische Union geht von 300.000 Todesfällen (darunter 13.000 Kinder) jährlich in der EU aus, 70.000 davon in Deutschland.
Wie ist der aktuelle Messwert meiner Kommune?
Die aktuellen Messwerte für die hessischen Kommunen liefert das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie. Lesen Sie hierzu www.hlug.de und dort unter Messwerte und Feinstaub, dann erfahren Sie bspw. die Tagesmittel-Überschreitungen Ihrer Kommune.
Einen bundesweiten Überblick liefert das Umweltbundesamt über www.env-it.de
Was sind die gesetzlichen Grundlagen?
EU-Feinstaubrichtlinie
In der Europäischen Union gelten seit 1. Januar 2005 höhere Grenzwerte für Feinstaub. Mehrere deutsche Großstädte haben diese Werte bereits mehrfach überschritten. Im Folgenden sind die wichtigsten EU-rechtlichen Grundlagen zusammengestellt.
Richtlinie 1999/30/EG [Amtsblatt L 163 vom 29.6.1999] sogenannte "Feinstaub-Richtlinie"
Richtlinie 1999/30/EG des Rates vom 22. April 1999 über Grenzwerte für Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide, Partikel und Blei in der Luft. Es handelt sich um die erste „Tochter"-Richtlinie der Richtlinie 96/62/EG.
Mehr hierzu lesen Sie unter www.uba.de und dort unter Luftreinhaltung.
Was kann jede Einzelne/jede Einzelne tun, um Feinstaub zu reduzieren und zu vermeiden?
1. Umweltschonend fahren heißt auch schadstoffarm zu fahren. Die Spritspartipps des VCD geben nicht nur Aufschluss zum kostensparenden Fahren, sondern auch zur Verringerung von Schadstoffen. Die Spritspartipps finden Sie hier auf unserer Homepage und können Sie auch über die Geschäftsstelle beziehen.
2. Rüsten Sie Ihren Diesel-PKW um und bauen Sie einen Partikelfilter ein.
3. In den Ballungsräumen können Sie auch sehr gut auf Bus, Tram und Bahn umsteigen. Diese haben im Umweltvergleich unschlagbare Vorteile gegenüber dem Auto.
4. Insbesondere bei Inversionswetterlagen empfiehlt sich ein Umstieg, da bei solchen Wetterlagen kaum Luftaustausch erfolgt!
Was machen die Kommunen, die Fahrzeughersteller und die Verkehrsunternehmen?
1. Kassel, Darmstadt und Frankfurt sind mittlerweile dazu verpflichtet worden, Luftreinhaltepläne basierend auf der "Feinstaub-Richtlinie" der EU zu erstellen. Die Umsetzung von Maßnahme aus diesen Plänen gestaltet sich jedoch zäh und hat bisher nur lokale und geringe Effekte. Mehr zu den Plänen beim Hesssichen Landesamt für Umwelt und Geologie unter www.hlug.de.
2. Mittlerweile ziehen die deutschen Fahrzeughersteller zunehmend ihre neuen Dieselfahrzeuge mit einem Partikelfilter aus. Das Problem bleibt der PKW- und LKW-Bestand, hier verweigern sich Industrie und Politik noch und ringen aktuell mit der Bundesregierung um eine finanzielle staatliche Förderung der Nachrüstung von Fahrzeugen mit Filtern.
3. Viele hessische öffentliche Verkehrsunternehmen fahren zunehmen schadstofffreier. Frankfurt und die lokale Nahverkehrsgesellschaft traffiQ sind hier orreiter, aber auch die Marbuger Stadtwerke oder die Kasseler Verkehrsgesellschaft ziehen nach.
Wie engagiert sich der VCD?
Seit Jahren bereits fordert der VCD die konsequente Umsetzung der europäischen Richtlinien zur Luftreinhaltung. Die Feinstaub-Richtlinie trat zum 1. Januar 2005 in Kraft, wurde allerdings erfolgreich durch die Fahrzeuglobby und Politik verschleppt.
Da der VCD einen Beitrag zur Reduktion von Schadstoffen direkt an der Quelle, sprich am Fahrzeug, eintritt, engagiert er sich im Bündnis "Kein Diesel ohne Filter" und betreibt Lobbyarbeit in der Fahrzeugindustrie und Politik. Weiterhin werden vom VCD im Rahmen der jährlich aufgelegten Auto-Umweltliste die umweltfreundlichsten Fahrzeuge in unterschiedlichen Kategorien getestet und deren Ergebnisse veröffentlicht. Außerdem veröffentlicht der VCD die Liste "Diesel mit Filter".
Mehr zur Autoumweltliste oder zum Partikeltfilter lesen Sie unter http://www.vcd.org/partikelfilter.html
Wo erhalte ich Informationen?
(Eine kleine Auswahl)
Verkehrsclub Deutschland unter www.vcd.org
Umweltbundesamt unter www.uba.de
Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie unter www.hlug.de
Lokale Nahverkehrsgesellschaft traffiQ Frankfurt/Main unter www.traffiQ.de
Kasseler Verkehrsgesellschaft unter www.kvg.de


