Rad ab am Bahnhof?
Leserzuschrift zum Artikel „Radabschneider hat wieder zugeschlagen“
(HiAZ vom 28.02.2008)
Wer zur Arbeit nicht mit dem Auto pendelt, sondern mit Fahrrad und Bahn, schützt das Klima, entlastet die Krankenkassen, spart allen Einwohnern der Stadt Hildesheim Lärm, Abgase, Infrastrukturkosten usw. – und wie bedankt sich die Stadt? Indem sie den Bedarf an Fahrradabstellplätzen insbesondere am Bahnhof ignoriert und – leider nicht zum ersten Mal - Radfahrer als Störenfriede abqualifizieren will.
Die Polizei rät – und Versicherungen fordern –, dass Fahrräder zum Diebstahlschutz festgeschlossen werden sollen. Dass es am Bahnhof viel zu wenig Fahrradbügel gibt, ist bekannt. Die meisten Fahrräder an den hilfsweise genutzten Laternenpfählen haben die Fußgänger nicht wirklich gestört oder behindert. Dass diese Laternenpfähle jetzt kurz vor dem geplanten Umbau des Bahnhofsvorplatzes neu lackiert werden müssen, ist ja wohl eher eine Schutzbehauptung – in jedem Fall Geldverschwendung. Und die angekündigten Fahrradständer zwischen Huckup und Almstortunnel sind zweifellos eine gute Sache, helfen aber den Pendlern am Bahnhof nicht – oder sollen die Pendler vom Huckup zum Bahnhof laufen (nach dem Motto: „Wenn ihnen das zu lange dauert, sollen sie doch Auto fahren“ )?
Wir brauchen dringend – vor, während und nach dem Bahnhofsumbau – genügend bequeme und sichere Fahrradstellplätze am Bahnhof! Die Stadt Hildesheim wäre gut beraten, wenn sie endlich anfinge, das Rad fahren wirklich zu fördern statt immer weiter zu diskriminieren.
Doris Schupp,
Vorsitzende des VCD Hildesheim
(Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband Hildesheim)

