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Das Hildesheimer Bahnhofsdebakel

Im Jahr 2004 entschied der Rat der Stadt in Absprache mit der Deutschen Bahn, den Hildesheimer Bahnhof abzureißen und an seiner Stelle ein riesiges Einkaufzentrum zu bauen. Die Belange der Fahrgäste, der Busverkehr auf dem ZOB, die Erreichbarkeit mit dem Fahrrad, Barrierefreiheit u.v.m. spielten dabei leider eine untergeordnete Rolle.

Der VCD hat in den Jahren 2005 bis 2009 immer wieder versucht, die Planungen im Interesse des umweltfreundlichen Verkehrs zu beeinflussen. Im "Bahnhofsbündnis" schloss sich der VCD mit anderen Verbänden zusammen. 2008 gab es eine große Demonstration des Bündnisses "Pro Bahnhof". Während die Hildesheimer Öffentlichkeit das Großprojekt sehr kritisch sah, hielt der Stadtrat unbeirrt an den Plänen fest. Ausführliche Dokumentation der Auseinandersetzungen gibt es auf der Seite von Pro Bahnhof.

Nachdem mehrere Investoren wieder ausgestiegen waren und sich das Vorhaben trotz vieler Ankündigungen immer mehr verzögerte, war im Jahr 2009 schließlich völliger Stillstand eingetreten. Es stellte sich heraus, dass die Stadt Verträge abgeschlossen hatte, mit denen sie auf Jahre hinaus handlungsunfähig geworden war. Deshalb forderte der VcD am 06.09.2009 den Investor und die Bahn in einem offenen Brief auf, von ihren Plänen zurückzutreten und die Chance für eine Neuplanung zu eröffnen.

Offener Brief des VCD vom 06.09.2009

Am 31.10.2009 zog sich der Investor aus Hildesheim zurück.

Nun ist zu hoffen, dass möglichst rasch eine sinnvolle Neuplanung zu Stande kommt, denn die Situation auf dem Bahnhofsvorplatz / ZOB ist desolat, und es wurden viele wertvolle Jahre vertan.

 

Planungsstand 2005 / 2006

Der Bahnhof ist ein Bahnhof ...

... Deshalb dürfen Ziele eines Investors nicht mehr zählen als die Bedürfnisse der Fahrgäste!

Die Bilder von Timon malen alles schön. In Wirklichkeit droht ein Verkehrsgewühl auf dem viel enger werdenden Bahnhofsvorplatz vom Hauptbahnhof/ZOB Hildesheim.

Der von der Timon-Gruppe versprochene privat finanzierte Umbau des Bahnhofs hat sich als Mogelpackung entpuppt. Jetzt soll ein riesiges Einkaufzentrum gebaut werden, aber für den umweltfreundlichen Verkehr fehlt nicht nur das Geld, sondern bald auch der Platz. Stadtrat und Verwaltung sind hilflos, das Sagen hat der Investor - dabei werden auch Steuergelder in Millionenhöhe investiert.

Wir meinen: So nicht! Einkaufen kann man überall, aber Bahnfahren nur hier. Am Bahnhof brauchen wir Vorrang für Bahnen und Busse, Fahrrad und Fußverkehr:

All dies ist bisher nicht geplant!

 




Grundriss von Bahnhof und ZOB vor und nach dem geplanten Umbau

Das ist geplant:

Öffentlichkeitsarbeit

Im Mai 2005 wurden die damaligen drei Oberbürgermeisterkandidaten angeschrieben. Das Bahnhofsbündnis war beim Selbsthilfetag am 9. Juli 2005 in der Hildesheimer Fußgängerzone und am 27. Juli 2005 auf dem Bahnhofsplatz mit einem Informationsstand. Unser Anliegen fand reges Interesse bei Bürgern, Politikern, Presse und Rundfunk, siehe dazu auch der Bericht von Stolperstein. Im Bündnis sind Stolperstein sowie die Hildesheimer Kreisverbände vom Verkehrsclub Deutschland und vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, seit August auch die freundlichen Hildesheimer, sowie Einzelpersonen.

Bürgerversammlung

Erst spät, nämlich am 22. September 2005, hat die Stadt die nicht nur vom Bahnhofsbündnis geforderte Bürgerversammlung veranstaltet. Nach dem Ortstermin am Bahnhofsgebäude gab es mehrere Stunden lang so gut wie ausschließlich kritische Stimmen zum Projekt.

Dazu gab es unser Flugblatt (hier im Portable Document Format (PDF)).

Bisher gibt es drei Erfolge:

  1. Der Stadtentwicklungsausschusses hat am 5. Oktober 2005 gefordert, dass die Radfahrer die Busspuren mitbenutzen dürfen, wenn sie schon keinen Radweg in Ost-West-Richtung bekommen. Dies soll ein halbes Jahr erprobt werden.
  2. Im März 2006 ist der Investor Strabag, im Dezember 2006 der Investor DIG aus dem Projekt ausgestiegen.

Mit dem Beschluss des Bebauungsplans am 17. Juli 2006 wurden der Weg für die Fehlplanungen freigemacht. Wird sich der Rat über die weiteren Kritikpunkte hinwegsetzen und sich beim städtebaulichen Vertrag mit dem Investor über den Tisch ziehen lassen?

Bebauungsplan

Für den Umbau muss der Bebauungsplan geändert werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Auslegung war vom 12. Juli bis 11. August 2005. Einige Texte davon sind im Internet, siehe Gutachten.

Obwohl die Auslegung zur besten Urlaubszeit war, wurden sechzehn Stellungnahmen abgegeben, einige davon veröffentlichen wir hier im PDF-Format:

Einige Privatpersonen haben die Veröffentlichung ihrer Stellungnahmen auf dieser Website erlaubt. Deren Meinung entspricht nicht unbedingt der des VCD oder des Bahnhofsbündnisses.

Ob es an den vielen Stellungnahmen lag, dass die Stadt Hildesheim zwei Tage nach Fristende eine Stellenanzeige für einen Stadtplaner veröffentlich hat, der u. a. Bebauungspläne bearbeiten soll?

Materialien

Das folgende Material zum Bahnhofsumbau ist im Portable Document Format (PDF).

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