Vermarktung alleine reicht nicht aus !
Es ist begrüßenswert, dass sich mit der Stadtmarketing eG nun offiziell zumindest eine Sunderner Institution endlich mit dem Thema "Radfahren" beschäftigt. Hingewiesen werden muss jedoch auf die - abgesehen von dem neu entstehenden Sorpeseeradweg - desolate Lage des Radverkehrs in Sundern.
So werden noch nicht einmal die von Sundern selbst aufgestellten sechseckigen Radwegweiser gewartet, die die schönen Rundtouren aus der von der Stadtmarketing aufgelegten Radwanderkarte im Gelände markieren.
Auch die altbekannten, noch vom ehemaligen Landschaftsverband aufgestellten, grünen Radwegseiser werden seit Jahren nicht mehr gewartet. Auch die Wartung dieser Schilder liegt laut Auskunft der Kreisverwaltung seit Jahren bei den Kommunen, die die mit diesem Geschenk verbundene Aufgabe jedoch nicht wahrnehmen. Daher verwundert es nicht, dass grob geschätzt mehr als die Hälfte der Schilder nicht mehr vorhanden ist oder aber die Radwanderer in eine völlig falsche Richtung weist, wie man mühelos bei einer Radtour selbst feststellen kann.
Allein das Land NRW hat im vergangenen Jahr im Kreisgebiet neue, rote Radwegeschilder angebracht, dazu kostenlose Karten produziert und einen Internet-Routenplaner entwickelt. Der VCD-Kreisverband hat im Rahmen seines Exkursionsprogramms bereits an mehreren Stellen auch diese Wegweiser überprüft und festgestellt, dass diese im Allgemeinen verlässlich sind. Auch hier ist jedoch die Wartung durch den Landesbetrieb Straßen.NRW offensichtlich nicht sichergestellt, da Fehlermeldungen, die bereits kurz nach der Installation von uns an die entsprechende Stelle gemeldet wurden, bis heute nicht abgearbeitet wurden; so fehlt z. B. im Bereich des Gutes Selmke in Stemel die Wegweisung in Richtung Sorpesee / Balve, obwohl sie in der Karte vorgesehen und in Hachen auch beschildert ist.
Abgesehen von (eigentlich sehr einfach zu behebenden) Mängeln an der Wegweisung ist es vollkommen unverständlich, dass bislang keinerlei Initiativen für Radwegeverbindungen entlang der stärkst befahrenen Straßenverbindung Sunderns, dem Röhrtal, seitens Politik und Verwaltung ergriffen wurden. Der VCD hat bereits vor längerer Zeit ein Konzept entwickelt, wie man das Röhrtal bis nach Hüsten an das Ruhrtal anbinden könnte. So verläuft z. B. von Stemel nach Hachen entlang des Wassergrabens ein Wirtschaftsweg, der lediglich eine verbesserte Oberfläche sowie das Öffnen des Metalltores am Abzweig Lindhövel bedürfte, um als Radweg geeignet zu sein.
Von Hachen nach Müschede wäre entlang der Bundesstraße sogar der Bund der Kostenträger. Dieser bezahlt derzeit in Schmallenberg den Umbau der Bahntrasse bis Bremke, obwohl entlang der dortigen, parallel verlaufenden Bundesstraße bereits teilweise von ihm Radwege gebaut wurden - in Sundern hingegen geschieht nichts.
Da im nächsten Jahr der Ruhrtalradweg (der für sich genommen auch längst überfällig ist) eröffnet werden soll, wäre Sundern gut beraten, von Hüsten aus eine Radwegeverbindung zu forcieren, damit eben auch die Potenziale des wunderschönen Sorpesees besser abgeschöpft werden könnten! Ansonsten ist zu befürchten, dass die auch finanziell sehr potenten Radwanderer bereits ab dem nächstem Jahr an Sundern einfach vorbei fahren.
Das (inzwischen nicht mehr ganz frische) Konzept des VCD zu einem Röhrtalradweg ist auf der Homepage www.vcd.org/hochsauerland einsehbar.
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Alle Rechte vorbehalten. Stand: 07.03.2007

