Bf Freienohl (km 209,8)
(Stand 25.1.2010)
Seit dem 2.4.07 bis zum Sommer 2009 war Gleis 1 außer Betrieb. Der Verkehr lief komplett über Gleis 2. Die Hinweise darauf waren dürftig und entsprechen in keinster Weise den Erfordernissen der Kunden, die sich oft am Unterstand am Bahnsteig 1 aufhielten und den Zug in Gleis 2 zu spät erreichten.
In diesem Zeitraum wurde die abgängige Ruhrbrücke am Freienohler Tunnel neu gebaut. Die alte Ruhrbrücke wurde abgerissen und durch eine neue blaue Stabbogenbrücke ersetzt. Der Brückenpfeiler in der Ruhr entfiel. Zuerst wurde die Brücke im Gleis Richtung Oeventrop saniert. Zwischen dem Freienohler Tunnel und dem Glösinger Tunnel wurde eine Weiche eingebaut, so dass ab hier wieder 2 Gleise zur Verfügung stehen. Leider wurde auch hier wieder gespart, denn die "Billig"-Bauweiche war nur mit 40 km/h im Abzweig befahrbar. Daher fuhren die Züge ab Freienohl Bf Gleis 2 mit nur mit 40 km/h durch den Tunnel bis hinter die neue Weiche. Ein Umstand, der bei vier bis sechs Personenzügen je Stunde zu oft zu unnötig langen Zugstaus führte. Die vielen zusätzlichen Holzgüterzüge seit März 2007 (teilweise 540 Meter lange Leerwagenzüge) blockierten diesen eingleisigen Engpass rund doppelt so lange wie nötig. Am schlimmsten ist die Situation morgens und am Wochenende (siehe auch: Fehlendes 2. Gleis in Bigge). Nötig wäre bei einer derart langfristigen Maßnahme eine schlankere Weiche, die für 60 km/h ausgelegt ist.
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Ein langer Holzgüterzug auf dem falschen Gleis auf Dauer-Langsamfahrtsignal am 8.9.2007. Foto: St. Weh |
Allgemein: Beide Nebengleise sind ohne Weichenverbindung zu den durchgehenden Hauptgleisen. Noch liegen hier zwei Weichenpaare, ohne die der Bahnhof nur noch ein weiterer Haltepunkt im HSK wäre. Über das Weichenpaar vor dem Bahnübergang L541 wurden in der Bauphase die Züge auf das falsche Gleis geführt.
Am Ladegleis wurden oft Snps-Wagen mit Laubholzstämmen beladen. Zuletzt wurde das Hochregallager für die Firma Wofi hier angeliefert. In 2009 wurde hier alles abgerissen.
Die neu gebaute Bushaltestelle samt P+R-Platz ist seit Dezember nutzbar. Rund die Hälfte aller Busse auf den Achsen nach Sundern, Eslohe, Meschede, Arnsberg sind in den letzten 5 Jahren hier gestrichen worden! Zuletzt fehlten noch die Unterstände an den Bussteigen (unwichtiger Luxus?). Aber parken kann man ja uneingeschränkt...
Auch der Gleisanschluss der Firma Noeke (hier ist ein Luftbild zu sehen) ist abgerissen worden. Man hatte den 13 Jahre brachliegenden Gleisanschluss 1995 reaktiviert. Nach dem Motto “tue Gutes und rede darüber” wurde das ungewöhnliche Ereignis in der Presse groß vermarktet. In allen Zeitungen prangte im September 95 ein Foto vom vierachsigen Kesselwagen mit vier Vertretern der Firma Noeke. Auch im Radio wurde berichtet. Viele waren in der Folge da: Politiker, IHK, untere Wasserbehörde, Ordnungsamt, Bauamt, ... . Dann begannen die Probleme. Es war nur eine kurze Renaissance. Die sich verschlechternden Rahmenbedingungen, u. a. "Mora C" von DB Cargo, ließen Tankwaggons und Güterwagen mit Dämmstoffen schnell wieder verschwinden.
Bf Wennemen (km 212,0)
Ehemaliger großer Abzweigbahnhof zur Ruhr-Sieg-Strecke (Strecke 2861 Wennemen - Wenholthausen - Finnentrop und 2862 Wenholthausen - Schmallenberg - Altenhundem). Auf diesen Strecken wird nun größtenteils Fahrrad gefahren. Kein Halt im SPNV seit 1986. Noch 1 Weichenpaar im Ostkopf gestattet hier einen Gleiswechsel und eine weitere Weiche den Übergang in zu den Nebengleisen, wovon 2 von 12 noch vorhanden sind. Wie lange noch? Im Abschnitt von Freienohl bis Wennemen war sogar mal Gleiswechselbetrieb (GWB) möglich! Im Abschnitt Meschede – Wennemen – Freienohl sowie Freienohl – Wennemen konnte sogar im signalisierten Falschfahrbetrieb (SFB) gefahren werden.
Auf Youtube gibt es ein 6minütiges Video der Sonderfahrt mit VT98 vom Feb. 1998 Wennemen - Schmallenberg.
Das 4. Nebengleis wurde im März zugunsten einer Lkw-Ladestr. für die Kyrillholzverladung abgerissen. Danach gab es bis 2009 starken Holzverkehr. Wennemen bietet die beste Infrastruktur aller Holzverladebahnhöfe im Hochsauerlandkreis da Ganzzüge ohne Teilung bereitgestellt und beladen werden konnten. In den 60er Jahren wurde ein Gleisdreieck zum Wenden der Dampfloks gebaut für die teils mit 3 Dampfloks bespannten schweren Umleiterzüge von der Ruhr-Sieg-Strecke über Finnentrop - Eslohe. Die in die Ruhrauen ragenden Bahndämme des Gleisdreiecks sind mittlerweile komplett abgetragen worden.
Das Kyrill-Holz ist weg. Und die Verlademöglichkeiten dafür bald auch? Wer glaubt, dass hier langfristig gedacht wird und die Infrastruktur dafür hier erhalten wird?
Bf Meschede (km 218,6)
Um den Jahreswechsel 2006/07 herum sind die beiden Gütergleise südlich der Hauptgleise abgerissen worden. Seit Januar 2007 wurde hier gebaut für das Projekt "Bahnschiene West". Der Name täuscht, denn für den Fahrgast oder die Bahninfrastruktur entsteht hier nichts. Wenn man schlechte Beispiele für Aufenthaltsqualität für Reisende sucht: Hier ist eines! Das Bahnhofsgebäude Meschede wurde im April 2007 abgerissen. Heute führt der sogar länger gewordene (!) Weg an einer Art Klagemauer vorbei zur Unterführung zu Gleis 2. Vormals war der gesamte Bereich überdacht. Diese Qualitäten werden heutztage offensichtlich für überflüssig gehalten. Geschickterweise steht das vergrößerte Stellwerk noch näher am Bahnsteig, so dass sich der dadurch entstandene Gebäudewinkel als illegales WC anbietet.
Auch das nördliche am Mittelbahnsteig liegende und hauptsächlich von Bf-Nachfolger McD...-Müll Gleis 3 und die weiteren 3 Nebengleise sollten weg. Aber noch braucht die DB Netz AG die Gleisanlagen dort. Das ist hilfreich für die umfangreichen Bauarbeiten an der Oberen Ruhrtalbahn im HSK in den nächsten Jahren. Ein weiterer Engpass kann entstehen. Der ungenutzte Bahnsteig an Gleis 3 hat bemerkenswerterweise die modernste Bahnsteigkante. Die Erneuerung der Bahnhofsgleise ist leider (typischerweise!) nicht vor ein paar Jahren genutzt worden, um die Bahnsteige auf kundengerechte 76 cm zu erhöhen.
Gleisanschluss Pilz: Dieser zweigte Richtung Bestwig nach rechts zu einem Firmengelände ins Ruhrtal ab. Ist auch abgerissen worden.
Bf Eversberg (km 223,1)
Stillgelegter Bahnhof im Ortsteil Wehrstapel. Im Güterverkehr zuletzt durch die Steinverladung genutzt. U. a. durch Anwohnerproteste, denen der reine Straßenlärm lieber war, wurde auch dieser Güterverladestelle geschlossen. Vgl. "NIMBY-Regime".
Gleisanschluss Häger
Die Spedition Häger versah ihr kurz vor Velmede liegendes Logistikzentrum Ende der 90er Jahre mit einem eigenen Gleisanschluss. Zwei lange 4achsige gedeckte Güterwagen haben in der Halle Platz. Das Problem ist, dass die Bedienung nur von Meschede aus erfolgen konnte. Das führt wegen der relativ dichten Zugfolge, vor allem am morgen, schon zu Problemen. Da sind wohl bei der Erstellung des neuen Stellwerkes ein paar Sachen vergessen worden.



