10 Gründe gegen das Fahren mit Licht am Tage
Mit Licht fahren gibt lediglich den Autofahrern mehr Sicherheit, da diese leichter gesehen werden. Das ist ein Trugschluss, denn wenn der „Tag zur Nacht gemacht wird“ (aus „mobilogisch“), kommt es zu einer Reizüberflutung im Gegenverkehr, ja sogar zu Blendungen.
Für Nachfolgende kann es zu Verwechslungen mit dem Stopplicht führen.
Es könnte ein „Sondersignal für Raser“ (DEKRA) oder zur „Vorfahrt für Blender“ („Spiegel“) werden.
Mit Licht fahren entledigt teilweise die Autofahrer ihrer eigenen Verantwortung, diese wird an die anderen, meist schwächeren Verkehrsteilnehmer abgegeben.
Nach wie vor gilt die StVO, § 17, die besagt, dass das „Licht einzuschalten ist, wenn es die Sichtverhältnisse erfordern“. Trotz angestiegenen Verkehrsaufkommens gibt es keinen Grund, das zu verändern, denn das hat sich in fast 100 Jahren bewährt.
Untersuchungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) haben widersprüchliche und keine überzeugenden Ergebnisse zu pro-Licht am Tage gebracht. Selbst in skandinavischen Ländern sind keine berechenbaren Vorteile festgestellt worden, im Gegenteil. In Finnland wurde damit eine Verringerung der Geschwindigkeit verbunden.
Erfreulicherweise ist die Zahl der Unfälle allgemein zurückgegangen, aber ursächlich nicht durch die Lichtpflicht am Tage.
Australien hat die Lichtpflicht wieder abgeschafft....!
Energetisch bewirkt das ständige Fahren mit Licht höhere Energie, denn es leuchtet die ganze Lichterkette von Begrenzungs-, Heck-, Kennzeichen- und Instrumentenbeleuchtung. Dadurch entsteht ein Kraftstoff-Mehrverbrauch von durchschnittlich 0,2 l/100 km. In Deutschland mit 45 Mio. Pkw sind das 1,5 Milliarden Liter.
Ökonomisch sind das jährlich 1,36 Milliarden EURO beim derzeitigen Kraftstoffpreis. Für jeden Autofahrer bedeuten das Mehrkosten von ca. 30 bis 40 EURO im Jahr.
Dazu gerechnet werden muss der erhöhte Verschleiß der Birnen und Batterien, welche bei heutigen Fahrzeugen nur in Werkstätten gewechselt werden können, das sind noch einmal je nach Pkw-Typ, etwa 100 bis 150 EURO alle 1 bis 2 Jahre.
Fazit: „Das Licht am Auto gibt es nicht zum Nulltarif“ (FAZ).
Ökologisch steht auf dem Negativ-Konto neben der genannten Mehr-Verschwendung von Öl eine Erhöhung der Kohlendioxyd-Emmission von 3,6 Mio. Tonnen und Steigerung der Feinstaubbelastung.
Befürworter sind das Verkehrsministerium, die Automobilclubs, allen voran der PS-starke ADAC (außer AvD) und die Deutsche Verkehrswacht“. Sie berufen sich auf die (umstrittenen) Untersuchungen der Bast: „frei nach dem Motto: schaden kann es nicht....!?
Gegner sind die Motorrad-Verbände und die Umweltverbände, vor allem ADFC, FUSS e.V. und UMKEHR e.V. Gerade Radfahrer und Fußgänger hätten kaum Vorteile von mit Licht fahrenden Rasern.
Das tags Fahren mit Licht sieht wie blinder Aktionismus bzw. wie ein Ablenkmanöver aus, um an die wirklichen Ursachen der Probleme im Straßenverkehr nicht angehen zu müssen:
- Verringerung des Tempolimits generell
Landstraßen auf 80 km/h
Autobahnen auf 100/120 km/h
- absolutes Alkoholverbot beim Autofahren
0,0 Promille
(bei Führerschein-Neulingen ist es machbar!)
Es gibt örtliche Gegebenheiten, an denen das Fahren mit Licht geboten, ja wichtig ist. Oft wird es mit dem entsprechenden Verkehrszeichen angezeigt, bekannt vor Tunneln u.ä. Es ist anstrebenswert, das zu erweitern, wie auf Allee-Straßen, um ihnen ihre angebliche Gefährlichkeit zu nehmen.

