Startseite Suche Sitemap
 

VCD-Ampelaktion – die Ergebnisse

Der VCD Köln und Umgebung veröffentlichte in der Juni- und der Dezember-Ausgabe seiner Vereins-Zeitschrift „Rheinschiene" und gleichzeitig auf seiner Website sogenannte Ampel-Bögen, mit deren Hilfe dem VCD-Büro ärgerliche Ampeln aus der Sicht von Fußgängern und Radfahrern gemeldet werden konnten.

274 Kölnerinnen und Kölnern nutzten diese Möglichkeit. Die allermeisten von Ihnen reagierten hierbei auf Meldungen des Kölner Stadtanzeigers und der Kölnischen Rundschau im November 2007.

Insgesamt gingen bis Februar 2008 über 400 ausgefüllte Bögen ein, von denen 381 verwertbar waren.

Betroffen fühlten sich die Einsender ungefähr im gleichen Umfang als Fußgänger und als Radfahrer.

Insg. 217 verschiedene Ampelanlagen wurden genannt, die sich uneinheitlich über das Stadtgebiet verteilen. Die meisten liegen in der Innenstadt und den benachbarten Stadtteilen, also in Gegenden, wo besonders viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind.

Jede der 217 Ampelanlagen wurde im Durchschnitt nur 1,4-mal gemeldet. 146 Anlagen, also 2/3 von ihnen, wurden nur von einem Einsender genannt. Nur 10 Anlagen wurden 5-mal oder häufiger gemeldet. Dies bedeutet, dass nicht wenige spezielle Kreuzungen als ärgerlich gelten, sondern dass Radfahrer und Fußgänger sich überall in Köln an Ampelanlagen nicht ausreichend berücksichtigt sehen.

Der VCD hat dennoch auf der beigefügten Karte die meistgenannten Situationen zusammengefasst (4-mal und häufiger genannt).

Bei den Änderungsvorschlägen dominiert die Forderung, die Ampelphasen fußgänger- bzw. radfahrerfreundlicher zu schalten (67%). Die völlige Abschaltung der Ampel wird in 27% der Meldungen gefordert, die Abschaltung nur nachts in 10%. Die Demontage wird in 24% der Bögen genannt.

Fast alle Einsender nutzen die Möglichkeit, die Problematik der Ampelanlage ausführlich zu erläutern. Der VCD hat sich daher entschieden, alle 381 Meldungen in Form der beigefügten Tabellen zur Verfügung zu stellen.

In diesen Texten spricht sich z.B. eine große Zahl von Einsendern für die Beibehaltung von Druckknopfampeln aus – allerdings unter der Voraussetzung, dass unmittelbar nach der Anmeldung eine Grünphase geschaltet wird.

Ferner wird hier immer wieder beklagt, eine mehrsprurige Straße nicht mit einer Ampelphase queren zu können.

Der VCD Köln und Umgebung bittet die Kölner Verwaltung und die Politikerinnen und Politiker im Stadtrat und den Bezirksvertretungen, die in der Anlage gerügten Ampelanlagen auf Ihre Möglichkeit der fußgänger- und radfahrerfreundlichen Umgestaltung zu überprüfen. Der VCD ist hierbei bereit, beratend zur Seite zu stehen und ggf. den Kontakt zu den betroffenen Einsendern herzustellen.

Ferner lassen sich aus den 381 Meldebögen die folgende Mindestanforderungen an alle Kölner Ampelanlagen ableiten. Bestehende und geplante Anlagen sollten anhand dieser Kriterien überpüft werden.

1.     Eine Druckknopfampel muss garantieren, dass wenige Sekunden nach ihrer Betätigung unabhängig vom Umlauf „grün" geschaltet wird.

2.     Auch mehrspurige Straßen müssen mit einer Grünphase, mindestens jedoch innerhalb eines Ampelumlaufs zu queren sein.

3.     Ampelanlagen, bei denen es während einer Rotphase (so gut wie) keinen querenden Verkehr gibt, sind abzuschalten und ggf. durch andere Maßnahmen zur Verkehrssicherheit zu ersetzen.

Die vorliegenden Meldungen verdeutlichen, dass Ampeln, die diese Mindestanforderungen nicht erfüllen, Grundstrukturen menschlichen Verhaltens missachten. Von ihnen gehen Gefahren aus, weil sie - nicht nur Kinder - dazu verleiten, die Straße unter Missachtung eines Rotsignals zu queren. So wird nicht verstanden, warum trotz Betätigen des Druckknopfs (und ohne sichtbaren Querverkehr) dennoch das Rotsignal bleibt. So wird die unterschiedliche Schaltung verschiedener Teile desselben Überwegs als Widerspruch erlebt, der oft eines der beiden Signale missachten lässt. So verliert eine Ampelanlage bei Fehlen eines entsprechenden Verkehrsaufkommens ihre Autorität.

Abschließend sei noch erwähnt, dass viele Einsender auf die Probleme beim Queren derjenigen Radialen hinweisen, die sowohl erheblichen Kfz- als auch Stadtbahnverkehr zu bewältigen haben.

Der VCD lehnt – anders als einige Einsender - Einschränkungen bei der Ampelvorrangschaltung für Stadtbahnen ab. Dies würde die Attraktivität des ÖPNVs mindern und damit die Belastungen der Innenstadt durch den Kfz-Verkehr noch weiter erhöhen würde. Wir sehen hier jedoch dann eine besondere Gefahrenquelle, wenn z.B. ankommende Fußgänger aufgrund der Ampelschaltung eine in eine Haltestelle einfahrende Bahn nicht erreichen können.

Wir hoffen, das wir mit den hier vorlegten Ergebnissen unserer Melde-Aktion einen Beitrag leisten können, damit zukünftig Fußgänger und Radfahrer an Kölner Ampelanlagen als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer Berücksichtigung finden.

 

Seite weiterempfehlenSeite drucken