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Gewinn-Faktor Umwelt

Für den Arbeitsweg vom Auto aufs Rad umzusteigen, lohnt sich natürlich auch für die Umwelt, denn der Kraftfahrzeugverkehr ist in der Bundesrepublik Deutschland die Hauptursache von Luftverschmutzung, Lärm und Flächenverbrauch [UPI 1999].

Weniger Lärm



Foto: Projektbüro Susanne Heise

Verkehrslärm ist Stress, er zermürbt Körper und Geist. Chronische Lärmbelastung macht krank – selbst wenn wir sie subjektiv nicht als störend empfinden. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes ist knapp die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland durch Straßenverkehr tagsüber mit Geräusch-Emissionspegeln über 55 dB(A) belastet, bei denen Beeinträchtigungen des physischen und sozialen Wohlbefindens zu erwarten sind. Mehr als ein Siebtel der Bevölkerung ist tagsüber gar von Pegeln über 65 dB(A) betroffen, bei denen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht [Müller 2001].

Mediziner halten Straßenlärm inzwischen für die zweithäufigste Ursache von Herzinfarkten. Mehr als 2.000 Tote durch Lärm pro Jahr sind laut Umweltbundesamt das traurige Resultat. Insbesondere Kinder sind die Leidtragenden. Lärm betrifft vor allem finanziell schlechter gestellte Menschen, denn sie können es sich nicht leisten, in ruhigere und damit teurere Wohngegenden zu ziehen.

Weniger Abgase



Foto: Projektbüro Susanne Heise

Größter Luftverschmutzer in Schleswig-Holstein ist der Straßenverkehr (in Klammern die Zahlen für ganz Deutschland von 2000): 57% (49%) der Stickstoffdioxid-Emissionen, 63% (18%) der flüchtigen organischen Verbindungen, 74% (50%) der Kohlenmonoxid-Emissionen und 32% (13%) der Staub-Emissionen wurden 2001 auf den Straßen des Landes verur­sacht. In Schleswig-Holstein trägt der Autoverkehr damit deutlich mehr zur Luftverschmutzung bei als bundesweit [Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein 2001] und [UBA 2002].

Laut Umweltbundesamt sterben in Deutschland jährlich zwischen 10.000 und 19.000 Menschen wegen Abgasen aus Dieselfahrzeugen einen vorzeitigen Tod [UBA 2003].

Weniger Feinstaub



Foto: Projektbüro Susanne Heise

Spätestens seit Inkrafttreten der EU-Luftreinhalterichtlinie im Jahr 2005 reden alle über Feinstaub und Partikelfilter. Feinstaub findet den Weg durch feinste Lungenverästelungen und gelangt schließlich ins Blut. Rund 25% - in Ballungsräumen sogar 40% bis 60% - der Feinstäube stammen aus dem Verkehr (z.B. Dieselabgase, Abrieb von Reifen und Bremsbelägen). In Deutschland gibt es neun Millionen Diesel-Pkw ohne Partikelfilter.
Der durchschnittliche Lebenszeitverlust durch Feinstaub beträgt laut WHO in der EU 8,6 und in Deutschland sogar 10,2 Monate [Adler 2005].

Klimaschutz

Während der CO2-Ausstoß in Deutschland von 1990 bis 2000 insgesamt um 15,4% gesunken ist, stieg er beim motorisierten Verkehr um über 12% an, so dass mittlerweile 22,2% des CO2-Ausstoßes auf den Straßenverkehr zurückzuführen sind [UBA 2002]. Deshalb wird Deutschland trotz großer Erfolge im Bereich der regenerativen Energien sein Klimaschutzziel, bis 2012 die CO2-Emissionen um 21% zu senken, nicht erreichen.

Bei der Hälfte aller Fahrten bis 6 km wird der Pkw eingesetzt. Doch gerade im Kurzstreckenbetrieb sind die Emissionen von Kraftfahrzeugen besonders hoch. Wegen des kalten Motors ist der Kraftstoffverbrauch überproportional hoch, die Wirksamkeit des Katalysators wird noch nicht voll erreicht. Würde auf diesen Strecken jede dritte Pkw-Fahrt durch eine Fahrradfahrt ersetzt, könnten 6,63 Mio. t CO2 pro Jahr eingespart werden. Dies entspräche einer durchschnittlichen Radfahrleistung von 1.000 km pro Jahr und Einwohner. So viel radeln bereits die Niederländer und Dänen. Deutsche fahren durchschnittlich nur rund 300 km pro Jahr mit dem Rad [UBA 2003].

 

Kohlendioxid einsparen auf jeder Rad-Fahrt

Pro Liter Benzin stößt ein Pkw durchschnittlich 2,3 kg Kohlendioxid aus. Bei einem Verbrauch von 8 Liter Benzin pro 100 km sparen Sie pro Fahrradkilometer 0,184 kg CO2 ein.

Wenn Sie täglich 30 Minuten, also etwa 7 km, auf dem Arbeitsweg radeln, ergibt das bei 220 Arbeitstagen 1.500 km im Jahr. Damit sparen Sie 276 kg CO2 ein, wenn Sie für Ihren Arbeitsweg vom Auto aufs Rad umsteigen. Und übrigens auch noch 390 € (bei 26 Cent pro Pkw-Kilometer, s. S. 4).

Weniger Flächenverbrauch

4,9% der gesamten Fläche der Bundesrepublik werden heute vom Verkehr beansprucht [StBA 2005]. Diese Fläche ist größer als das Land Thüringen. Und jedes Jahr kommt eine Fläche von annähernd der Größe der Insel Sylt hinzu, die wir für den Verkehr versiegeln. Den meisten Platz beansprucht dabei der motorisierte Straßenverkehr - durchschnittlich das Zehnfache der Fläche, die die anderen Verkehrsmittel benötigen. Dabei hat gerade der Pkw-Verkehr aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit die im Vergleich zu den anderen Verkehrsmitteln geringste Leistungsfähigkeit bei vorgegebener Fahrbahnbreite: Eine Straße von 3-4 m können pro Stunde bis zu 13.000 Personen auf dem Fahrrad passieren, aber nur bis zu 2.300 Personen im Pkw [Scharnweber 2000].

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu senken. Der Umstieg aufs Fahrrad für kurze Strecken ist ein wichtiger Beitrag dazu.

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