Rad fahren ist Geld wert
Jährlich könnten in Deutschland schätzungsweise über 10 Mrd. € der Kosten im Gesundheitswesen eingespart werden, wenn wir uns mehr bewegen würden [Friedrich 2004]. Dem Fahrradfahren kann man einen Netto-Gesundheitsnutzen von geschätzt 0,15 € pro km zurechnen. Ein finnisches Verkehrsplanungshandbuch beziffert den Gesundheitszuwachs durch jeden neuen Fahrradnutzer mit 1.200 € pro Jahr [Krag 2005].
Weniger Stau
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Foto: radmobil/K. Kock |
Radler entlasten das gesamte städtische Verkehrssystem und reduzieren damit die Kosten für Staus und Verspätungen. Notwendige dienstliche Pkw-Fahrten wie auch Auslieferungen und Kundenfahrten können schneller erledigt werden, wenn für möglichst viele Kurzstreckenfahrten auf das Fahrrad umgestiegen wird.
Gesundheitskosten
Auch für die Arbeitgeber rechnet es sich, wenn sich ihre Beschäftigten mehr bewegen. Allein für Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall entstanden ihnen im Jahr 2001 Kosten in Höhe von fast 27 Mrd. €. Radfahrer haben bis zu 50% weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten. Bei durchschnittlich 11 Tagen Fehlzeit pro Versichertem und Jahr sind dies bis zu fünf Krankheitstage weniger. Das kann 1.100 € Ersparnis pro radelndem Mitarbeiter jährlich bedeuten [Friedrich 2004].
In einem norwegischen Industriebetrieb sank die Zahl der Krankheitstage, nachdem die Firma 610 Mitarbeitern Fahrräder geschenkt hatte, im ersten Jahr nach Umstieg auf das Fahrrad um die Hälfte. Das entsprach Personalkosten in Höhe von 225.000 € [Stramme 1994].
Parkplatzkosten
Pkw-Stellplätze sind in vielen Unternehmen Mangelware. Herstellung und Unterhalt von Pkw-Parkplätzen verursachen hohe Kosten. Die Kapitalkosten pro Stellplatz und Monat betragen durchschnittlich 179 € [Gwinner 1999]. Auf einem durchschnittlichen Pkw-Stellplatz von 12m2 können sechs Fahrräder geparkt werden.
Das Rad ist schnell
Gut 41% aller Wege zum Arbeitsplatz befinden sich in der klassischen Fahrraddistanz von bis zu 5 km [MiD 2002]. Diese Entfernung kann man mit dem Rad in etwa 20 Minuten bequem zurücklegen. Trotzdem werden insgesamt nur 9% aller Arbeitswege mit dem Rad erledigt. Dabei ist das Fahrrad gerade im Stadtverkehr auf Strecken bis 5 km Länge (von Tür zu Tür gemessen) eindeutig am schnellsten.
Rad fahren ist kostengünstig
Die Kommunen kostet jeder gefahrene Pkw-Kilometer 2,13 Cent, jeder Fahrrad-Kilometer hingegen nur 0,21 Cent, d.h. sie sparen für jeden km, der mit dem Rad statt mit dem Auto gefahren wird, 1,92 Cent. Wenn jeder von uns im Jahr nur 100 km mehr Fahrrad statt Auto fährt, sparen die Kommunen dadurch 157 Mrd. € jährlich [Friedrich 2004].
Nicht zuletzt ist Rad fahren auch für die Nutzer selber ein günstiges Vergnügen. Besonders teuer ist der Arbeitsweg im Auto, wenn die Strecke nur kurz ist. Wird ein Arbeitsweg von 5 km (einfache Strecke) mit dem Rad statt mit dem Auto zurückgelegt, amortisiert sich ein gutes Fahrrad im Wert von 500-650 € schon im ersten Jahr: Für einen Mittelklassewagen sind Kosten in Höhe von ca. 26-31 Cent pro km anzusetzen, selbst ein Kleinwagen verursacht Kosten von mindestens 21 Cent pro km.
Externe Kosten
Die externen Kosten des Pkw-Verkehrs durch Lärm, Unfälle, Luftverschmutzungen, Klimaveränderungen, Auswirkungen auf Natur und Landschaft betrugen im Jahr 2000 in der EU etwa 3% des BIP [IWW und Infras 2004].


