Projekt-Evaluierung
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
- Durch die Wettbewerbe "Gewinn-Faktor Fahrrad" wurden in 17 Betrieben 76 konkrete Verbesserungen umgesetzt, das Thema publik gemacht und die wichtigen Schlüsselpersonen vor Ort motiviert.
- Die Verbesserungen führten jedoch nach unseren Beobachtungen nur in den seltensten Fällen zu einer Steigerung der Radnutzung.
- Ein Grund hierfür kann sein, dass das Potenzial an Mitarbeiter/innen, die mit dem Rad zur Arbeit kommen können, in den untersuchten Betrieben schon weitgehend ausgeschöpft zu sein scheint: Die Anteile der Beschäftigten, die überwiegend mit dem Rad zur Arbeit kamen, lagen in den untersuchten Betrieben mit mehr als 20% weit über dem bundesweiten Durchschnitt von 9%. Tatsächlich gaben 41% der Befragten an, nicht mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, weil es zu weit ist. 95% dieser Gruppe hatten in der Tat einen Arbeitsweg von über 10 km.
- Das bundesweite Potenzial an Berufstätigen, die für das Radfahren gewonnen werden können, ist also noch sehr groß.
- Als Anreiz, (noch öfter) das Rad zu benutzen, nannten die Beschäftigten vor allem Duschen sowie Einrichtungen zum Umkleiden und Trocknen von Regenkleidung. Mehr Stellplätze, Anlehnbügel und Überdachungen könnten vor allem diejenigen motivieren, die bereits jetzt mit dem Rad zur Arbeit kommen.
- Niedrigschwellige Aktionen, die sich direkt an die Beschäftigten richten, wie "Mit dem Rad zur Arbeit" motivieren etwa 10% der Aktionsteilnehmer/innen, öfter mit dem Rad zur Arbeit zu radeln. Eine ähnlich positive Wirkung hat vermutlich auch "Fahrrad-Lotto".
- Beschäftigte, die das ganze Jahr überwiegend zur Arbeit radeln, hatten weniger Fehltage als der Durchschnitt. Die Sommer-Radler/innen lagen dagegen über dem Durchschnitt und fehlten sogar öfter als die Pkw-Fahrer/innen.
- Radler/innen und von diesen vor allem die Sommer-Radler/innen hatten deutlich mehr Wegeunfälle zu verzeichnen als Pkw-Fahrer/innen.
- Im § 162 SGB VII sollte die Möglichkeit geschaffen werden, Betrieben finanzielle Vorteile für Maßnahmen zur Verringerung von Wegeunfällen zu gewähren.
- Die nicht statistisch abgesicherten Ergebnisse zu Fehltagen und Wegeunfällen sollten in breiter angelegten Studien überprüft werden.
- Es ist nicht einfach, Arbeitgeber/innen zur Radverkehrsförderung zu motivieren, denn die vielen "Gewinn-Faktoren", die das Radeln Arbeitgeber/innen und Beschäftigten bietet, sind im Bewusstsein noch nicht ausreichend verankert.
- Beratungen zur Fahrradförderung im Betrieb werden überwiegend nur dann angenommen, wenn sie kostenlos sind. Dies erfordert eine Finanzierung mit öffentlichen Fördermitteln.
- Eine Kombination der Projekte "Gewinn-Faktor Fahrrad", "bike + business" und "Mit dem Rad zur Arbeit" sowie die Übertragung von "Gewinn-Faktor Fahrrad" auf andere Bundesländer oder Länder bietet sich an.
- Aktionen zur Radverkehrsförderung sollten verstärkt darauf abzielen, dass die Beschäftigten ganzjährig und nicht nur im Sommer das Rad benutzen.
Sie können sich den ausführlichen Auswertungsbericht sowie die Anhänge auch herunterladen:
Downloads
Auswertungsbericht (pdf, 345 KB)
Anhänge zum Auswertungsbericht:
Faltblatt zum Wettbewerb (pdf, 1,2 MB)
Fragebogen zum Wettbewerb (pdf, 126 KB)
Broschüre "Gewinn-Faktor Fahrrad - Das Fahrrad im Berufsverkehr" (Auflage 2006): Bezugsmöglichkeit
Übersicht Gewinnen von Wettbewerbsteilnehmer/innen (pdf, 4 KB)
Übersichten Wettbewerbsteilnehmer/innen (pdf, 10 KB)
Übersicht Adressat/innen (pdf, 4 KB)
Arbeitgeber-Umfrage zur Umsetzung von Verbesserungen: Fragebogen (pdf, 2,4 MB)
Übersicht der von GFF angestoßenen Verbesserungen (pdf, 5 KB)
Fragebogen unserer Mitarbeiter-Umfrage zum Mobilitätsverhalten (pdf, 125 KB)

