Pressemitteilung zum Tag gegen den Lärm: 25.4.2007
VCD Landesverband Nord zum Tag gegen Lärm:
Bahnen müssen Schienenlärm reduzieren
Hamburg 24.04.07: Rund 16 Millionen Menschen sind in Deutschland von gesundheitsschädlichem Schienenlärm betroffen. Darauf wies der Landesverband Nord des Verkehrsclubs Deutschland e.V. (VCD) anlässlich des morgigen Tages gegen Lärm hin. Herz-Kreislaufprobleme, Schlafstörungen sowie die Beeinträchtigung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit könnten die Folgen von erhöhten Lärmpegeln sein. In Hamburg stelle vor allem die viel befahrene Verbindungsbahn sowie die Güterumgehungsbahn eine starke Belastung der ansässigen Bevölkerung dar.
Holger Jürgens, Vorstand des Landesverbandes Nord: „Die Bahn ist hinsichtlich der Schadstoffe und des CO2-Ausstoßes der umweltverträglichste Verkehrsträger. Ihr großes Umweltproblem ist jedoch die Lärmbelastung, die bisher stark vernachlässigt wurde. Wir fordern Bund und Bahnen auf, deutlich mehr zu tun, um die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung zu verringern. Dazu müssen an den betroffenen Strecken Lärmschutzwände aufgestellt und Lärmschutzfenster für die Häuser der Anwohner finanziert werden.“
Diese Maßnahmen allein reichten jedoch bei Weitem nicht aus. Es ginge vor allem darum, den Lärm an der Quelle zu bekämpfen. Hauptursache des Schienenlärms sei die veraltete Technik von rund 95 Prozent der Güterzüge bei gleichzeitig starker Zunahme des Güterverkehrs. Viele Waggons seien an die 30 Jahre alt und überwiegend mit Bremsblöcken aus Gusseisen ausgerüstet. Diese verursachten einen hohen Verschleiß der Räder, wodurch sich das Rollgeräusch auf der Schiene erhöhe. Notwendig sei deshalb, die Waggons auf sogenannte Flüsterbremsen umzurüsten. Die hiermit erzielbaren Erfolge bedeuten eine Halbierung der Lärmemission.
Frauke Spottka, VCD-Expertin für Schienenlärm: „Die Bahn darf ihren Umweltvorteil gegenüber anderen Verkehrsträgern nicht verspielen. Würden alle Waggons auf diesen neuesten Stand der Technik gebracht, könnte der Lärm umfassend gesenkt werden. Wir fordern den Bund auf, die Mittel des Lärmsanierungsprogramms für die Umrüstung von Güterwaggons zu öffnen. Zusätzlich müssen die Eisenbahnunternehmen ihrerseits verstärkt in leises Fahrzeugmaterial investieren.“
Ein gutes Bus- und Bahnangebot, mehr Platz für Fahrräder, spritsparende Autos, mehr Sicherheit für Kinder: So sieht nachhaltige Mobilität für den Verkehrsclub Deutschland aus. Um diese Vision zu verwirklichen, wurde der VCD e.V. 1986 gegründet. Seitdem haben umweltbewusste mobile Menschen eine Alternative zu den herkömmlichen Automobilclubs und die Verkehrspolitik ein ökologisches Korrektiv. Derzeit unterstützen 63000 Mitglieder und Förderer den VCD. VCD – 20 Jahre ökologisch mobil!
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