Vom verkehrsgerechten Kind zum kindgerechten Verkehr
Unter dem Motto "Platz da, Kinder spielen draußen" startete der Verkehrsclub Deutschland im März 1996 seine Kampagne zur Situation von Kindern im Verkehr. Der VCD stellte zusammen mit dem Deutschen Kinderschutzbund der Öffentlichkeit Eckpunkte für einen kinderfreundlichen Verkehr vor und informierte gemeinsam mit dem Ökologischen Ärztebund den Zusammenhang von Verkehr und Kinderkrankheiten. Aktionen zum Tempo 30 im innerstädtischen Bereich, eine Fachtagung und Vorschläge für eine neue Mobilitätserziehung waren weitere Bausteine im Aktionsjahr.
Forderungen des VCD:
Entschleunigung:
Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften
Verbesserung der rechtlichen Situation von Kindern im Straßenverkehr: Nach bisherigen Recht sind Kinder im Straßenverkehr bereits ab sieben Jahren schuldfähig. Zwei Drittel der Unfälle im Straßenverkehr mit Kindern werden auf " kindliches Selbstverschulden " zurückgeführt. Es wird übersehen, daß Kinder altersgemäß nicht in der Lage sind, sich verkehrsgerecht zu verhalten
Kinderfreundliche Straßengestaltung: Die Bedürfnisse von Kindern müssen bei der Gestaltung von Straßen, Plätzen und Stadtteilen berücksichtigt werden. Kinder brauchen, wie alle Fußgänger, ein zusammenhängendes Fußwegenetz, unterstützt durch mehr Mittelinseln auf den Straßen, kurze und sichere Wege durch mehr Zebrastreifen, ampelgeregelte Übergänge mit längeren Grünphasen.
Kinderorientierte Grenzwerte: Bei der Festlegung von Grenzwerten für Schadstoffe muß der empfindliche Organismus des Kindes zugrunde gelegt werden. Bei Überschreitung der Grenzwerte ist das Verursacherprinzip anzuwenden, d.h. " Autos in die Garage, damit Kinder draußen spielen können "
Neue Wege in der Mobillitätserziehung: Die veraltete, autoorientierte Verkehrserziehung muß durch umweltorientierte Mobilitätserziehung ersetzt werden.
Verkehrsschulung für Erwachsenen: Fehlverhalten von Erwachsenen im Verkehr hat größere Auswirkungen als das von Kindern. Deshalb darf Verkehrserziehung nicht in der Schule enden. Bei der Ausbildung in Fahrschulen muss z.B. defensives Fahren zentrales Moment sein.
Förderung des Umweltverbundes: Öffentliche Verkehrsmittel attraktiv für Kinder, Jugendliche und Familien
Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten
Informationen zum jährlich am 22. September durchgeführten Schul-Aktionstag finden Sie hier
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