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Restrisiko E10 – Biokraftstoffe sind keine Lösung!

Der folgende Artikel erschien gekürzt im Magazin "umwelt direkt 2011/3". Weitere Informationen finden Sie auch immer unter "Termine".

„Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht“ – und das gibt er auch dem Auto nicht! Die Einführung von E10 war schlecht vorbereitet, kam überstürzt und ist grandios gescheitert.

Wissenschaftlern und Umweltverbänden wie greenpeace und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) waren die Probleme längst bekannt – und haben dies den Politikern oft genug dargelegt. Mit fundierter Grundlagenarbeit könnten klare Vorgaben gegeben, sowie langfristige Entwicklungsplanungen beschlossen werden – mit Vorteilen für Verbraucher und Wirtschaft. Doch die starke Industrielobby hat sich mit kurzfristigen Vorteilen und einem „weiter so“ beim E10 zuerst durchgesetzt.

Woher kommt der Biosprit?

Die Bundesregierung muss bei der Forschung zu Biokraftstoffen dafür sorgen, dass nur solcher Sprit aus Biomasse verwendet oder beigemischt wird, der ökologisch (möglichst aus Reststoffen wie Stroh, Essensreste oder Durchforstungsholz) und sozial verträglich produziert wird. Er darf nicht auf Flächen angebaut werden, die der Produktion von Futter- und Lebensmitteln dienen. Getreide für die menschliche Ernährung muss immer Vorrang haben!

Wer braucht künftig Biosprit?

Aufgrund der deutlich höheren Energiedichte von Alkohol ggü. Akkus, wird Biosprit langfristig v.a. für den Flugverkehr die einzige Alternative zum Kerosin aus Mineralöl sein. Die chemische Industrie, die für Arzneien und Kunststoffe stark auf Öl angewiesen ist, wird ebenfalls ein starker Abnehmer für Öle aus nachwachsenden Rohstoffen sein.

Was muss jetzt geschehen?

Der Ausstieg aus der Kernenergie zeigt, dass selbst gigantische Projekte realisierbar sind, wenn man nur will – und wenn die Bürger beteiligt und ernst genommen werden.

Die Energiewende ist aber nur das Vorspiel zur dringend notwendigen Verkehrswende! Zum Ende des Ölzeitalters müssen die Verbraucher sich und ihr Verhalten umstellen. Nach dem Prinzip „Vermeiden – Verlagern – Verträglich gestalten“ kann das sehr schnell gehen, wie die folgende Prioritätenliste zeigt. Die preiswertesten Lösungen können am schnellsten realisiert werden, bringen die größten Energieeinsparungen und dem Einzelnen noch finanziellen Nutzen!

 

Prioritätenliste zur Verkehrswende:

1.    Wer vom Auto auf das Fahrrad umsteigt oder mehr zu Fuß geht tut etwas für die Gesundheit und spart 100% Energie – überall und sofort!

2.  Wenn mehr Menschen (und Güter!) auf die Bahn umsteigen und diese mit Ökostrom fährt, dann ist auch dieser Verkehr CO2-frei – gleich morgen!

3.   Autofahrer können 30% spritsparender fahren, dabei hilft auch ein Tempolimit auf den Autobahnen – schon morgen möglich!

4.   Autos müssen effizienter werden. Heute noch Autos mit einem Verbrauch von mehr als 5 L/100 km zu kaufen ist unvernünftig. Die geforderte Obergrenze für Neuwagen von 95 Gramm CO2 je Kilometer muss mindestens erreicht werden – EU-Ziel für 2020.

5.     Mit Elektroautos und Ökostrom ist CarSharing und auch der private Autoverkehr im Alltag emissionsärmer möglich, aber weiterhin teurer – eine Perspektive im postfossilen Zeitalter.

6.   Biosprit kann Schritt für Schritt das Mineralöl ersetzen, aber zuerst für andere Industrie- und Verkehrsbereiche, zuletzt für den Pkw, bei deutlich geringerem Verbrauch – aber nur langfristig.

 

Fazit:

Jeder Kraftstoff, besonders der aus Biomasse, ist zu kostbar, um in ineffizienten Maschinen verbrannt zu werden! Die Verkehrswende beginnt – JETZT!


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