Studien des VCD-Arbeitskreises Bahn
Der Arbeitskreis Bahn des VCD Rhein-Neckar hat in den letzten Jahren zahlreiche Untersuchungen zur Optimierung des ÖPNV in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis durchgeführt. Meist wurden diese direkt den Entscheidern in Politik und Verwaltung vorgestellt und dort diskutiert. Nicht selten hatte die Öffentlichkeit aber auch Gelegenheit, die Ergebnisse zu diskutieren. Auf eigenen Podiumsdiskussionen oder als Gast auf Veranstaltungen Anderer (zum Beispiel der Trend-Messe) wurden wichtige Ergebnisse vorgestellt.
Das Nahverkehrsnetz Heidelberg 20XX
Lange schien die Straßenbahnstrecke zur Erschließung des Neuenheimer Feldes die einzige weitreichende ÖPNV-Maßnahme zu bleiben, die in Heidelberg noch geplant wird. Andere Projekt lagen auf Eis, wie die Strecke in die Altstadt oder die Zentralerschließung des neuen Stadtteils Bahnstadt. Ein Schreiben des Regierungspräsidiums wendete dann aber das Blatt. Plötzlich schien der Ausbau des Straßenbahnnetzes als Möglichkeit, den Auto-Neckarufertunnel doch noch bauen zu können. Denn nur so schienen die Zuschüsse durch Bund oder Land in erreichbarer Nähe zu sein.
Die Stadtverwaltung schnürte daher ein Ausbaupaket für die Straßenbahn mit Altstadt, Neuenheimer Feld, Bahnstadt und anderen Maßnahmen. Der Gemeinderat beschloss dann auch dieses Gesamtpaket unter dem Namen "Mobilitätsnetz", wenn auch ohne Autotunnel. Hierdurch gewann der Zug oder eher die Straßenbahn wieder an Fahrt.
Gleichzeitig gerieten die laufenden Kosten ins Visier der Sparpläne der Stadtverwaltung. Mit einem "Optimierungskonzept" sollten die Ausgaben gesenkt werden. Da das Konzept spürbare Fahrgasteinbußen in Kauf nahm, war die Ablehnung durch den Gemeinderat sicher.
Insgesamt ergibt sich daher eine paradoxe Situation: Auf der einen Seite soll der ÖPNV in Form der Straßenbahn ausgebaut werden, was weitere Abschreibungen und damit Fixkosten verursacht. Auf der anderen Seite sollen eben diese Kosten durch massive Einsparungen verringert werden.
Dem Arbeitskreis Bahn des VCD schien dies der richtige Zeitpunkt, um den Blick nach vorne zu richten. Für Heidelberg wurde daher ein Zukunftsnetz für Straßenbahn und Bus entwickelt: Das Netz "Heidelberg 20XX". Warum sollte in Heidelberg nicht gelingen, was die Stadt Mannheim zum Ende der 90er Jahre geschafft hat: Das Konzept MVG 2000 gab dem ÖPNV in der Quadratestadt neuen Schwung. Straßenbahnstrecken wurden optimiert oder neu realisiert, z.B. die Strecke nach Lindenhof und Neckarau West oder die Verbindung von der alten Feuerwache zum Klinikum. Die Strecke aus Heidelberg (damals noch "OEG", die heutige Linie 5) wurde mit den innerstädtischen Gleisen verbunden, um eine umsteigefreie Fahrt zu ermöglichen und vieles mehr.
Ergebnis: Ein deutlich gestiegener Kostendeckungsgrad und große Fahrgastzuwächse sind das positive Ergebnis.
Das Netz Heidelberg 20XX ist als Ziel gedacht. Zahlreiche Maßnahmen sind notwendig, um dieses Netz zu verwirklichen. Wenn es gelingt, dann wird die Qualität für die ÖPNV-Nutzer deutlich steigen, allerdings ohne Steigerung der laufenden Betriebskosten.


